13.07.2020 10:27 |

Studie mit Veteranen:

Lachgas könnte bei PTBS Linderung bringen

Lachgas könnte bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) helfen. Das zeigt eine im „Journal of Clinical Psychiatry“ veröffentlichte Pilotstudie des österreichischen Anästhesisten Peter Nagele von der University of Chicago an US-Kriegsveteranen. „Die Studie ist zwar klein, aber sie demonstriert, dass der Einsatz von Lachgas zur raschen Linderung von PTBS-Symptomen vielversprechend ist“, so Nagele.

Nagele ist Vorstand der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universität Chicago (USA) und erforscht seit Jahren die Auswirkungen von Distickstoffmonoxid, besser bekannt unter dem Namen Lachgas oder Stickoxydul. So hat er etwa die antidepressive Wirkung von Lachgas nachgewiesen. Er zeigte in einer Studie, dass bei zwei Drittel der Patienten mit therapieresistenter Depression nach der Behandlung mit Lachgas eine Besserung der Symptome eintrat.

Veteranen einmalig mit Lachgas behandelt
Menschen, die an PTBS leiden, können Symptome wie Angst, Wut und Depression zeigen, die negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit, ihren Tagesablauf, ihre Beziehungen und ihre Lebensqualität haben. „Wirksame Behandlungen dagegen sind begrenzt“, so Nagele. Gemeinsam mit Kollegen von der Stanford University hat er in der Pilotstudie drei Veteranen, die an PTBS litten, mit Lachgas behandelt. Sie atmeten dazu ein einziges Mal eine Stunde lang ein Gasgemisch, das jeweils zur Hälfte aus Stickoxydul und Sauerstoff bestand, über eine Gesichtsmaske ein.

Innerhalb von Stunden nach der Behandlung berichteten zwei der Patienten über eine deutliche Verbesserung ihrer PTBS-Symptome. Dieser verbesserte Zustand dauerte bei einem der Patienten eine Woche lang an, während die Symptome des anderen im Laufe einer Woche allmählich zurückkehrten. Der dritte Patient berichtete zwei Stunden nach seiner Behandlung von einer Besserung, aber die Symptome traten am nächsten Tag wieder auf.

Groß angelegte Studie folgt
„Wie viele andere Behandlungen scheint Distickstoffmonoxid bei einigen Patienten wirksam zu sein, bei anderen jedoch nicht“, erklärte Nagele. Medikamente würden oft nur bei einem Teil der Patienten wirken, während andere nicht darauf ansprechen. Aus diesem Grund wollen die Wissenschaftler nun versuchen, die Ergebnisse in einer größer angelegten kontrollierten Studie zu reproduzieren, um herauszufinden, wer von einer Lachgas-Behandlung profitieren kann und wer nicht.

Sollte sich der Lachgas-Effekte bestätigen, könnte Distickstoffmonoxid für eine schnelle Reduktion von PTBS-Symptomen eingesetzt werden, während andere Behandlungen wie Psychotherapie oder Medikamentengaben erst über einen längeren Zeitraum hin wirksam sein können.

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