25.06.2020 20:52 |

Ryanair ohne Pardon

Laudamotion: Schwangere unter ersten Kündigungen

Dem irischen Billigflieger Ryanair kommt seine österreichische Tochter Laudamotion teuer - allein bis März 2020 hat die Lauda-Flotte rund 300 Millionen Euro an Verlusten angehäuft. Wie viel seither in der Corona-Krise noch dazugekommen ist, könne er noch nicht beziffern, so Ryanair-Chef Michael O‘Leary am Donnerstag. Laudamotion ist seit Mitte März am Boden, durch das Nichtfliegen seien die Verluste im Endeffekt sogar verringert worden. Trotzdem gibt es beim angekündigten Jobabbau offenbar kein Pardon - am Donnerstag wurden die ersten Kündigungen ausgesprochen, darunter angeblich auch einer Schwangeren.

Auch der schwangeren Mitarbeiterin, die bisher für Crew-Trainings zuständig war, soll die Kündigung ausgehändigt worden sein, berichtete das Branchenportal austrianaviation am Donnerstag. Demnach klagt der Billigflieger auch vor dem Landesgericht Korneuburg auf die Zustimmung zur Kündigung von mindestens 25 weiterer Mitarbeiterinnen, die durch das Mutterschutzgesetz vor einer Kündigung geschützt sind.

In den nächsten Tagen sollen die Kündigungen für die Büromitarbeiter und für rund 100 Piloten und Flugbegleiter folgen. Andreas Gruber und David O‘Brien sollen Geschäftsführer der auf etwas mehr als 300 Mitarbeiter reduzierten Mannschaft bleiben.

Laudamotion als reiner Flugbetrieb für Ryanair
Durch die Corona-bedingte Einstellung des Flugbetriebs seien die Verluste verringert worden - trotz Wegfall des gesamten Umsatzes, sagte O‘Leary der APA. Er halte an dem Ziel fest, mit Laudamotion in den nächsten Jahren die Gewinnschwelle zu erreichen, allerdings als reiner Flugbetrieb für Ryanair. Ryanair lässt damit die Marke Lauda in den Hintergrund treten und bewirbt und verkauft die Flugtickets ab Wien nun unter eigenem Namen.

Die Lauda-Crews behalten ihre Uniformen ebenso wie die Airbus-Flieger die Lauda-Bemalung, sie werden ihre Flüge aber unter Ryanair-Flugnummer und im Auftrag des irischen Mutterkonzerns durchführen. Laudamotion brauche deshalb auch kein kaufmännisches Personal mehr, so O‘Leary. 

Ab Juli 67 Destinationen von und nach Österreich
Ryanair kündigte am Donnerstag auch an, ab 1. Juli 67 Destinationen von und nach Österreich anzufliegen: 64 ab Wien, zwei ab Salzburg und eine ab Klagenfurt. Zum Einsatz kommen dafür Airbusse von Laudamotion und Boeing-Maschinen von Ryanair. Gegen die Mindestpreis-Pläne der Regierung protestiert Ryanair mit Flugtickets ab 9,99 Euro, so lange bis sie „ein verrückter Minister in Österreich verbietet“.

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