Projekt an der Kippe

Zu wenig Luchs-Liebe sorgt für Baby-Sorgen

Experten schlagen Alarm: Mangels Nachwuchs steht das Luchsprojekt im Nationalpark Kalkalpen offenbar an der Kippe. Die Grünen wollen deshalb im nächsten Landtag einen Initiativantrag zur Ansiedlung eines weiteren Luchspärchens einbringen. Auch Wildtierkorridore sollen besser in der Raumordnung verankert werden.

Zwei bis drei Junge bringen Luchsweibchen durchschnittlich pro Jahr zur Welt. Nicht so im Nationalpark Kalkalpen: Die drei Kätzinnen dort sollen in den vergangenen fünf Jahren insgesamt nur ein Baby geworfen haben. „Wir stehen vor einem Rätsel“, sagt Christian Fuxjäger, Luchsbeauftragter des Nationalparks.

Bestand bedroht
Experten schlagen deshalb Alarm: Das prestigeträchtige Luchsprojekt, das seit 2008 betrieben wird, stehe auf der Kippe. „Gelingt es nicht, bald für mehr Nachwuchs zu sorgen, ist der Fortbestand des Luchses dort bald Geschichte“, warnt Christian Pichler, Artenschutzexperte des WWF. „Das Überleben kann nur gelingen, wenn die kleine Population mit Ansiedlungsprojekten weiter unterstützt und infrastrukturelle Hindernisse abgebaut werden“, fordert Lucas Ende, Artenschutzkoordinator des Naturschutzbundes.

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12.000 Euro je Luchs
Gottfried Hirz und Maria Buchmayr (Grüne) werden am 18. Juni im Landtag beantragen, dass ein weiteres Luchspaar aus der Schweiz geholt und angesiedelt wird. Weiters sollen Wildtierkorridore stärker in der Raumordnung verankert werden. Hirz: „Die Ansiedlung eines Luchses kostet 12.000 Euro - das wäre überschaubar.“

Wolf holt auf
Anders als beim Luchs scheint beim Wolf die Population zu wachsen. Wurden zuletzt doch, wie berichtet, in den Bezirken Steyr-Land, Gmunden, Vöcklabruck und Kirchdorf eindeutig Spuren festgestellt.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Freitag, 03. Juli 2020
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