09.06.2020 13:51 |

Kritik von Greenpeace:

Zu wenig Obst- und Gemüseanbau in Österreich

In Österreich wird viel weniger Obst und Gemüse angebaut, als im Land eigentlich gebraucht wird. Nur 58 Prozent des hierzulande konsumierten Gemüses stammt aus regionaler Selbstversorgung, bei Obst sind es gar nur 46 Prozent. Der geringe Selbstversorgungsgrad könne in Krisenzeiten eine Schwachstelle in der heimischen Lebensmittelversorgung sein, warnt die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Besonders gering ist der Selbstversorgungsgrad bei Tomaten (20 Prozent), Spargel (47 Prozent), Marillen (40 Prozent), Erdbeeren (39 Prozent), Mohn (36 Prozent) und Knoblauch (20 Prozent). Die meisten importierten frischen Tomaten stammen etwa aus Italien. Der verarbeitete Spargel stammt oft aus Peru und frischer Knoblauch häufig aus Spanien und China.

Österreichs Bauern produzieren laut Greenpeace-Berechnung 58 Prozent des im Land konsumierten Gemüses und 46 Prozent vom benötigten Obst. Ohne jene Obstsorten, die hierzulande nicht gedeihen, wie Bananen und Orangen, liegt die Eigenversorgung Österreichs mit Obst bei 71 Prozent.

Massive Überproduktion von Fleisch
Demgegenüber werde etwas mehr Fleisch erzeugt, als in Österreich gegessen wird. Dazu komme, dass die Österreicher rund dreimal so viel Fleisch essen wie als gesund erachtet wird. Würden nicht 60 Prozent der heimischen Agrarfläche für den Anbau von Tierfuttermitteln verwendet, könnte sich Österreich mit Obst und Gemüse ausreichend versorgen, argumentiert Greenpeace.

Bei Getreide ist Österreich zu 90 Prozent Selbstversorger, aber das geht weit über Nahrungsmittel für Menschen hinaus. Nur ein Viertel der produzierten Menge gehe direkt in die menschliche Ernährung, so Greenpeace. 39 Prozent werde zu Produkten wie Stärke und Zitronensäure verarbeitet, 18 Prozent in Bioethanol. Auch bei Kartoffeln und Hülsenfrüchten ist der Selbstversorgungsgrad über 80 Prozent, der Großteil geht aber an Nutztiere oder in die Industrie.

Gut versorgt sind die Österreicher mit ihrem Lieblingsobst Äpfeln (88 Prozent), mit Birnen (72 Prozent) und Kirschen bzw. Weichseln (65 Prozent), bei Zwiebeln ist unser Land sogar Nettoexporteur.

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