05.06.2020 10:18 |

Minus von 7,2%

Nationalbank erwartet massiven Wirtschaftseinbruch

Die Nationalbank geht davon aus, dass die heimische Wirtschaft heuer um 7,2 Prozent einbricht. 2021 soll es dann aber mit einem Plus von 4,9 Prozent wieder eine deutliche Erholung geben, wenn damit auch das Niveau vor der Krise bei weitem nicht erreicht wird. Alleine im ersten Halbjahr fällt die Wirtschaftsleistung um über 13 Prozent, erholt sich aber im zweiten Halbjahr wieder etwas. Im Geldbörsel der Privathaushalte wird sich dies spürbar bemerkbar machen.

Die Preise dürften 2020 und 2021 nur um 0,8 Prozent steigen (HVPI) und damit deutlich weniger stark als die von der Europäischen Zentralbank gewünschten knapp zwei Prozent. Massive Rückgänge erwartet die Nationalbank (OeNB) in ihrer vorgestellten Prognose für den Privaten Konsum (minus 5,8 Prozent) und die Exporte. Letztere dürften um 11,6 Prozent fallen, während die Importe um „nur“ 8,9 Prozent sinken.

Corona als „größte wirtschaftspolitische Herausforderung“
„Die Covid-19-bedingte Rezession stellt die größte wirtschaftspolitische Herausforderung in der Zweiten Republik, nach dem Kriegsende und den ersten Wiederaufbaujahren, dar“, heißt es in der Mitteilung der OeNB.

Haushaltseinkommen sinkt
Die Wirtschaftskrise wird sich auch im Staatshaushalt und im Geldbörsel der Privathaushalte spürbar niederschlagen: Das real verfügbare Haushaltseinkommen sinkt laut OeNB-Prognose sowohl 2020 als auch 2021 um jeweils 0,4 Prozent. Der Staat dürfte heuer eine Neuverschuldung von 8,9 Prozent der Wirtschaftsleistung ausweisen, 2021 folgen dann 3,9 Prozent und 2022 1,5 Prozent Defizit.

OeBFA muss heuer insgesamt 60 Mrd. Euro am Markt aufnehmen
Am Freitag hat außerdem die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) mitgeteilt, wegen der Corona-Krise deutlich mehr Kapital am Markt aufnehmen zu müssen als geplant. Rund 60 Milliarden Euro sind veranschlagt, das sind 80 Prozent mehr als noch Ende 2019 avisiert worden war. Allein über Bundesanleihen sollen statt 21 Milliarden Euro mindestens 35 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Da Österreich ein beliebter Anlagehafen bei Investoren sei, sieht OebFA-Chef Markus Stix „überhaupt keine Besorgnis“.

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