30.05.2020 06:00 |

Fachkräfte-Ausbildung

Corona-Krise: Wo es jetzt noch Lehrstellen gibt

Handel, Industrie, Dienstleister & Co. - welche Betriebe trotz Corona noch viele Jugendliche für die Fachausbildung suchen.

Laut market-Umfrage sagt jeder vierte Betrieb, die Pläne für die Aufnahme von Lehrlingen heuer überdenken zu müssen. Im schlimmsten Fall vergeben die Firmen heuer um rund 10.000 Ausbildungsplätze weniger als vor Corona geplant. Freilich gibt es auch Ausnahmen. Die „Krone“ hat sich umgehört, wo Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle noch fündig werden können:

Lebensmittelhändler: Zu Beginn der Krise von Kunden gestürmt, wollen viele nun mehr junge Leute aufnehmen. Spar etwa hat die Zahl der Lehrplätze um 100 auf insgesamt 1000 erhöht, 21 verschiedene Berufe stehen zur Auswahl. Rivale Rewe (Billa, Merkur etc.) stellt rund 800 Jugendliche ein, in allen 25 Lehrberufen gibt es noch offene Stellen. Alleine Merkur sucht österreichweit noch 90 Neustarter. Diskonter Hofer bietet aktuell Einstiegschancen im Verkauf, in Summe werden 170 Talente aufgenommen. Über 100 sind es bei Lidl, auf der Website sind ebenfalls weiterhin Bewerbungen möglich.

Weitere Händler: Große Ausbildner sind die Möbelhäuser. Bei der Lutz-Gruppe starten heuer 650 Lehrlinge neu, „bei XXXLutz, Möbelix und Mömax sind noch 250 Lehrstellen zu haben“, sagt Sprecher Thomas Saliger. Bei kika-Leiner nimmt man mit circa 125 Jugendlichen sogar etwas mehr auf als 2019. Autohändler Porsche Inter Auto (VW, Audi etc.) hält am Plan fest, 230 Lehrlinge einzustellen, aktuell sind noch 50 Plätze frei. Bei MediaMarkt-Saturn gibt es nur noch vereinzelt Möglichkeiten in den Märkten. Bei dm sind von 300 neu zu besetzenden Lehrstellen noch die Hälfte ausgeschrieben. 17 freie Plätze gibt es bei Humanic und Shoe4You, auch Intersport bietet noch Chancen.

Industrie: Bei Siemens finden sich noch offene Lehrstellen in ganz Österreich. Die voestalpine wiederum sucht insbesondere für das neue Edelstahlwerk in Kapfenberg zukünftige Facharbeiter. Möglichkeiten bieten auch kleinere Firmen. Drohnenhersteller Schiebel etwa will noch drei Neustarter einstellen.

Infrastrukturbetriebe: Die ÖBB nehmen 2020 erneut 600 Lehrlinge auf. In Bereichen wie Gleisbautechnik, Elektrotechnik etc. können sich Interessenten noch bewerben. Telekomriese A1 schloss die Bewerbungsphase ab, aber Magenta hat noch 30 freie Plätze. Die Post sucht vor allem in Westösterreich weiterhin nach Lehrlingen.

Friseure: Klipp hat noch 47 Stellen frei. Schaider sucht sogar 120 Lehrlinge für seine 42 Standorte.

Finanzdienstleister: Etliche Einstiegsmöglichkeiten gibt es bei Banken wie der Ersten oder Versicherern wie der Wiener Städtischen oder der Uniqa. Um einen Anreiz für andere Betriebe zu setzen, mehr auszubilden, fordert die Initiative „Zukunft Lehre Österreich“, dass der Staat ein Jahr lang ein Viertel der Lehrlingsentschädigung fördert.

Vergil Siegl, Kronen Zeitung

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