Prozess mit 23 Zeugen

Linzer „Drogenscheich“ gibt sich als Unschuldslamm

Sie kannten seinen Spitznamen „Arbab“ und sein Drogenversteck in der Asylantenunterkunft – trotzdem weist ein Afghane (35) beim Prozess in Linz die Anschuldigungen der Zeugen, er sei Haschischdealer im großen Stil gewesen, ebenso zurück wie die Aussagen von Frauen, er habe sie durch Crystal Meth gefügig gemacht.

Der 35-jährige Afghane soll sich in Linz wie ein „Drogenscheich“ benommen haben. Mit Crystal Meth soll er minderjährige Mädchen und Frauen für Sexkontakte abhängig gemacht haben. Um nicht mit seinem Glauben in Konflikt zu geraten, hat er in der Moschee mit ihnen Kurzehen geschlossen. „Über diese Ehen kann man denken wie man will, strafrechtlich sind sie nicht relevant“, so sein Verteidiger an Dienstag.

Über sechs Kilo Cannabiskraut
Aber die Drogengeschäfte des Asylwerbers sind für das Gericht relevant. Über sechs Kilo Cannabiskraut soll er umgesetzt haben. Belastet wird er von seinen Abnehmern, die berichten, dass die Kundschaft bei ihm Schlange gestanden ist. Und dass er die Drogen in der Speisekammer der Asylantenunterkunft in Linz versteckt hatte. 23 Zeugen sind zum Prozess vor Richterin Petra Oberhuber geladen.

Nur „Minigeständnis“
„Ich weiß nicht, warum mich diese Leute belasten. Ich hasse sie“, sagt der Afghane in der Verhandlung. Die Zeugen der Anklage kenne er gar nicht. Er gibt nur den Verkauf von 300 Gramm Haschisch in den Jahren 2016 bis 2018 zu.  Der Prozess wird heute, Dienstag, fortgesetzt.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Sonntag, 31. Mai 2020
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