14.05.2020 08:39 |

Fallzahlen explodieren

Brasilien bekommt Virus nicht unter Kontrolle

Inmitten einer schweren politischen Krise kämpft Brasilien mit einem Negativrekord neuer Coronavirus-Fälle. Die Regierung bestätigte 11.385 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 188.974 erhöhte. Bei der Gesamtzahl der Infektionen überrundete Brasilien damit Frankreich, das nach offiziellen Angaben 177.000 Fälle meldete.

Die fünf Länder, die mehr Infektionen registriert haben als Brasilien, sind die Vereinigten Staaten, Spanien, Russland, das Vereinigte Königreich und Italien. Dennoch drängt Präsident Jair Bolsonaro auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft.

Hungrige Menschen schlimmer als Krankheit?
Seit Wochen liegt er mit den Gouverneuren der Bundesstaaten wegen der verhängten Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf Konfrontationskurs: Er vertritt die Auffassung, dass durch verlorene Arbeitsplätze mehr Schaden angerichtet werde als durch die Krankheit selbst. „Wir werden den Punkt erreichen, an dem hungrige Menschen auf die Straße gehen“, sagte Bolsonaro.

Im Gegenzug werfen ihm die Bundesstaaten vor, die Corona-Krise herunterzuspielen. Die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete der rechtsradikale Staatschef in der Vergangenheit als „kleine Grippe“. Bolsonaro ließ den Streit mit den Bundesstaaten in dieser Woche eskalieren, indem er Fitnessstudios und Schönheitssalons zu „wesentlichen“ Dienstleistungen erklärte, die offiziell wieder öffnen dürfen. Er drohte mit rechtlichen Schritten gegen lokale Regierungen, die sich nicht daran halten würden. Sao Paulo, Brasiliens bevölkerungsreichster Staat mit den meisten Covid-19 Fällen, werde Bolsonaros Dekret nicht einhalten, sagte Gouverneur Joao Doria. Er teilt damit die Auffassung von mindestens zehn weiteren Gouverneuren.

Wirtschaft dürfte um 4,7 Prozent schrumpfen
Das Wirtschaftsministerium prognostizierte am Mittwoch, dass Brasiliens Wirtschaft infolge der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 um 4,7 Prozent schrumpfen werde - der größte jährliche Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als einem Jahrhundert. Das Ministerium schätze, dass jede weitere Woche unter Quarantänemaßnahmen die Wirtschaft umgerechnet rund 3,15 Milliarden Euro koste.

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