11.05.2020 20:24 |

„Wir sind still“

Demo in der City: Auto-Konvoi am Wiener Ring

Keine Konzerte, Opern, Theaterstücke, kein Disco-Betrieb, keine Partys. Es ist still geworden in Österreich im Zuge der Corona-Krise. Und genau darauf wollten am Montag die Teilnehmer eines Kundmachungszuges, der per Fahrzeug-Konvoi über die Wiener Ringstraße zum Rathausplatz führte, hinweisen. Denn auch sie sind direkt Betroffene der Krise - Veranstaltungstechniker, Bühnenbauer, Ton- und Lichttechniker sowie viele andere, die mit Kunst, Kultur und Musik ihr Brot verdienen. Eine der Besonderheiten an dem Protest: Eine große Ankündigung - etwa über soziale Medien -, um viele Teilnehmer zu mobilisieren, gab es im Vorfeld nicht. Wie sich am Treffpunkt zeigte, war es auch nicht nötig.

Etwa 200 Lkw und Pkw fuhren in der Wiener Innenstadt auf. Der Zug hatte am Montagnachmittag von der Lobau im Bezirk Donaustadt zunächst zum Ring geführt, Ende der Protestfahrt, bei der unterschiedlichste Variationen des Hits „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel gespielt wurden, war dann am Rathausplatz.

Begleitet wurde der Konvoi - die Schlange reichte in der Lobau mehrere Hundert Meter weit, Fahrzeug reihte sich an Fahrzeug, wie in einem Facebook-Video zu sehen ist - von der Polizei, im Vorfeld wurden auch Verhaltensregeln für die Teilnehmer veröffentlicht.

Neben obligatem Mundschutz wurde auch an den einzuhaltenden Sicherheitsabstand erinnert, „Unterhaltungs-Rudel“ sollten nicht gebildet werden, so die Organisatoren. Ebenso erging der Hinweis, während des Kundgebungszuges in einer Spur zu fahren und niemanden zu blockieren. Die Teilnehmer hielten sich an die Vorgaben.

„Still. So wie unsere Branche eben gerade ist“
In puncto Organisation war die Veranstaltung anders als andere - denn die Organisatoren setzten im Vorfeld bewusst nicht auf soziale Medien wie etwa Facebook, um die Demo bekannt zu machen und Teilnehmer zu mobilisieren. Vielmehr wurde ein Infoschreiben über direkte und interne Kanäle in der Branche verbreitet. „Der Grund ist ganz einfach: Wir wollen und brauchen keine Außenstehenden, die zur Kundmachung kommen und Lärm machen“, hieß es seitens des Veranstalters Stiletto Stohl. Denn: „Wir sind still. So wie unsere Branche eben gerade ist“, so die Organisatoren.

Zirkus Pikard: „Sicheres Vergnügen wäre garantiert“
Die derzeitige Stille sollte aber nun rasch enden. „Wir haben ein Hygienekonzept. Wir haben Abstandspläne. Wir könnten Sitze dazwischen freilassen. Bei uns wäre ein sicheres Vergnügen garantiert“, erklärte Alexander Schneller-Pikard, Direktor des Zirkus Pikard, in der ORF-Sendung „Wien heute“. Er war einer der laut Veranstalter rund 1000 Teilnehmer.

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