01.05.2020 06:01 |

Neustart-Prognose

„Gastro-Gipfel“: Noch nicht alle Sorgen vom Tisch

Beim „Gastro-Gipfel“ mit der „Krone“ erzählen die Top-Profis ihrer Branche über den lange erhofften Neustart der Lokale. Denn auch wenn sich alle Gastronomen in den neun Bundesländern auf die herbeigesehnte Öffnung ihrer Betriebe am 15. Mai freuen, sehen sie diesem Tag noch mit vielen Fragezeichen entgegen.

Die Wiener Top-Gastronomen Mario Plachutta, Matthias Winkler (Hotel Sacher), Peter Friese (Zum Schwarzen Kameel) und Karl Kolarik (Schweizerhaus) trafen sich am Donnerstag, zwei Wochen vor dem Wiederaufsperren, beim Stephansdom zum „Corona-Gipfel“ - mit dabei die „Krone“. Grundtenor der vier Aushängeschilder ihrer Zunft: „Hurra, endlich sperren wir wieder auf!“

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Der 15. Mai ist ein kleiner Siegestag über einen unsichtbaren Feind.

Matthias Winkler

Und man ist sich einig, so viel wie möglich im Freien machen zu wollen. Man stehe vor der Gastgartensaison, das werde automatisch eine „Entspannung der Situation“ mit sich bringen. Der Gast müsse „ein Sicherheitsgefühl haben“, das ihm unter freiem Himmel am ehesten vermittelt werden könne. „Das ist das Gute an dem Zeitpunkt, dass das im Sommer passiert“, ist sich die Runde einig.

„Es ist ein Wiederaufstehen“
Denn Kurzarbeit, wirtschaftliche Einbußen und der fehlende „Schmäh“ bei der Arbeit zogen auch an dem Quartett nicht spurlos vorbei. Fast niemand werde in der Gastro-Branche in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben können, ist man sich einig. Winkler: „Wir werden heuer kein Geld verdienen, aber wir sperren trotzdem auf. Weil wir Unternehmer sind und weil man an die Mitarbeiter denken muss.“ Diese habe es nämlich besonders hart getroffen. Zwar gab es Ersatz für den regulären Lohn, „aber die gesamte Trinkgeldmenge ist weg“. „Es ist ein Wiederaufstehen nach einer unvorstellbar harten wirtschaftlichen und emotionalen Zeit“, resümiert Winkler.

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Wir freuen uns schon gewaltig, bald wieder für unsere Gäste da zu sein. Es werden alle Vorschriften in den Restaurants und in den Gastgärten eingehalten werden.

Mario Plachutta

„Wir sind bestens vorbereitet“, ergänzt Karl Kolarik vom Schweizerhaus, „und wir werden alle Hygienemaßnahmen umsetzen - gegebenenfalls noch erweitern.“ Wenn man mit den Gästen zusammenhalte, werde man das packen. Doch auch im beliebten Schweizerhaus werden die Einschränkungen deutlich sichtbar sein: „Ein Drittel der Tische werden wir rausnehmen im Biergarten", so der Top-Gastronom.

„Zusammensitzen als wahrer Luxus“
Trotz der Auflagen warten auch die Wirte in den Bundesländern mit Freude auf die Rückkehr ihrer Gäste - auch wenn die wirtschaftlichen Sorgen noch lange nicht vom Tisch sind. Winkler weiter: „Als Unternehmer nehmen wir Verluste in Kauf, tragen aber als Gastronomen einen Teil für eine funktionierende Gesellschaft, wie wir sie kennen, bei.“ Denn auch alle - für die Gesundheit wichtigen - Regeln (zu viert am Tisch, kein Barbetrieb, Hygieneaufwand) können eines nicht ausstechen, wie Friese sagt: „Wir wollen fröhlich sein und das Zusammensitzen als wahren Luxus genießen!“

Das sagen unsere Wirte in den Ländern zu den Auflagen:

„Zusammenrücken“ als positiver Effekt
Den Wirten in den Bundesländern rufen die Gastro-Profis unisono zu, sich „nur nicht von negativer Stimmung anstecken zu lassen“. Man müsse mit Fröhlichkeit in die Sache hineingehen. „Wir schaffen das!", sind sich Plachutta, Winkler, Friese und Kolarik sicher, die - wie sie bemerkten - in dieser Konstellation noch nie zuvor zusammengetroffen waren. Was man in dieser Zeit vielleicht am meisten gemerkt habe, sei, dass man „viel mehr Gemeinsames“ habe. Vielleicht sei auch das „Zusammenrücken“ ein positiver Effekt der Corona-Ausnahmesituation, befanden die Gastronomen.

Die Leitlinien für die Sicherheit im Gastonomiebereich, wie sie seitens des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ausgegeben wurden:

  • Mindestens einen Meter Abstand zu anderen Personen außerhalb der eigenen Besuchergruppe (max. 4 Erwachsene zuzüglich ihrer minderjährigen Kinder) halten.
  • Beim Eintreten und Verlassen des Lokals ist eine Schutzmaske zu tragen.
  • Im Vorfeld nach Möglichkeit Tisch reservieren.
  • Idealerweise kontaktlos mit Karte zahlen.
  • An Anweisungen der Mitarbeiter halten.
  • Auf Händeschütteln und Umarmungen verzichten.
  • Weiterhin auf allgemeine (Hand-)Hygienemaßnahmen achten.
  • Bei Anzeichen von Krankheit zu Hause bleiben.

Kronen Zeitung und krone.at

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