Hilft eine 13er-Liga?

Bundesliga-Boss rechnet bereits mit ersten Klagen

Die Chance auf eine Fortsetzung der Saison in der Bundesliga ist für Vorstand Christian Ebenbauer nach der Video-Klubkonferenz am Donnerstag „groß“. Für eine genaue Einschätzung fehlten aber noch die exakten behördlichen Vorgaben, erklärte Ebenbauer am Freitag. Außerdem rechnet der Liga-Boss mit Klagen.

Die Rechnung sei „einfach“. Die Kosten, die durch die Geisterspiele entstehen, seien den zu erwartenden Einnahmen durch TV- und Sponsorengelder gegenüberzustellen. „Wir haben ein Konzept erstellt und dem Ministerium vorgelegt“, betonte Ebenbauer. Man sei zudem im Austausch mit den Kollegen in Deutschland und der Schweiz. „Wenn wir die Vorgaben haben, können wir die genaue Berechnung anstellen.“ Wie abhängig die Vereine von den behördlichen Vorgaben sind, zeigt die Tatsache, dass man noch nicht weiß, wie genau die Wiederaufnahme des Trainings in Kleingruppen abläuft: Die diesbezügliche Verordnung wird für Montag erwartet.

„Wir haben viele Modelle überlegt.“
Im Hinblick auf Finanzielles seien die Klubs aufgefordert worden, die diesbezüglichen Gespräche in ihrem Bereich zu führen und Vorausschauen abzugeben. „Wir haben bereits vor drei Wochen die Budgetprognosen angefordert, da muss man Nachschärfungen treffen, für den Fall, dass wir schnellstmöglich beginnen können“, erklärte Ebenbauer. Eher kein Thema sei in diesem Zusammenhang die Idee, Spiele nur an bestimmten Orten durchzuführen. Ebenbauer: „Wir haben viele Modelle überlegt. Aber das würde mit den anfallenden Übernachtungen wieder Kosten verursachen.“

Ebenfalls noch nicht abgebrochen wurde die 2. Liga, obwohl dort noch mehr Spiele ausständig sind als in der Bundesliga, eine Finalisierung bei ungleich geringerer monetärer Kapazität der Klubs also noch teurer wäre. „Rechtlich betrachtet, ist alles Zumutbare zu unternehmen, die Bewerbe zu Ende zu bringen“, meinte Ebenbauer dazu. Es sei ein Problem, wenn man durch eine Fortführung des Spielbetriebs Insolvenzen herbeiführen würde, „umgekehrt gilt das auch in die andere Richtung“.

Man muss sich Klagen stellen
Mit dem von der Uni Linz erstellten Rechtsgutachten hat die Liga versucht, sich zumindest etwas abzusichern. So oder so müsse man sich aber auf Klagen einstellen. So sei etwa damit zu rechnen, dass Ried, das mit acht Punkten Vorsprung vor Austria Klagenfurt an der Spitze der 2. Liga liegt, im Falle eines Abbruchs „alle Schritte unternehmen wird“.

Eine Lösung für das „Ried-Problem“ wäre die Aufstockung der Bundesliga. „Das wurde in den Sitzungen bisher nur kurz angesprochen. Da gibt es einige Themen dahinter. Nicht nur jenes der Geldverteilungsmechanismen“, sagte Ebenbauer im Hinblick auf den Umstand, dass der TV-Kuchen dann unter einer größeren Zahl an Klubs aufgeteilt werden müsste. Bei einer mit der Aufstockung einhergehenden Modusänderung seien darüber hinaus u.a. auch die vertraglichen Verpflichtungen zu beachten. „Insbesondere, wenn man an die medialen Rechte denkt.“

krone Sport
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Mittwoch, 03. Juni 2020
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