13.04.2020 07:26 |

Chaos in der Türkei:

Erdogan nahm Rücktritt von Innenminister nicht an

Nach dem verunglückten Start einer Ausgangssperre hat der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Sonntag seinen Rücktritt angeboten. Präsident Recep Tayyip Erdogan nahm diesen jedoch nicht an - Soylu werde sein Amt weiter ausüben, erklärte das Büro des Präsidenten am Sonntagabend. 

In der Erklärung des türkischen Kommunikationsministeriums wurden zudem Soylus Verdienste hervorgehoben. Unter anderem habe dieser einen entschlossenen Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geführt. Durch seine erfolgreichen Dienste habe er die Achtung des Volkes gewonnen.

Kurzfristige Ausgangssperre sorgte für Chaos
Das Innenministerium hatte am späten Freitagabend kurzfristig eine weitgehende Ausgangssperre wegen der Corona-Krise für 48 Stunden in 31 Städten beziehungsweise Provinzen verhängt, darunter in den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir.

Panikkäufen und Menschenansammlungen nach Verordnung
Die Kommunikation der Behörden war scharf kritisiert worden, weil die Maßnahme erst zwei Stunden vor Beginn der Frist bekannt wurde und Details der Regelung zunächst unklar waren. Am Freitagabend war es deshalb zu Panikkäufen und Menschenansammlungen in den betroffenen Städten gekommen.

„Ich übernehme die volle Verantwortung für die am Freitag verhängte Ausgangssperre in mehreren Städten und die Folgen“, teilte Soylu seinen Rücktritt schließlich auf Twitter mit. Er schrieb weiter, er habe das Amt des Innenministers mit stolz ausgeübt und werde dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan immer treu bleiben. Die Ausgangssperre sollte um Mitternacht enden.

Über 56.000 Infizierte
Die Türkei hatte vor rund einem Monat ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Am stärksten betroffen ist nach offiziellen Angaben Istanbul. Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte am Sonntag via Twitter mit, die Zahl der Infizierten sei auf 56.956 gestiegen.

In 24 Stunden seien zudem 97 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1198. Mehr als 3000 Menschen hätten sich erholt.

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