Arsenal gehortet

Mühlviertler Waffennarr als Händler unter Verdacht

„Der Verdächtige muss mit seinen Schusswaffen Marke Eigenbau gehandelt haben, anders kann er sich sein ,Hobby‘ gar nicht finanziert haben“, sind die Ermittler im Fall eines rekordverdächtigen Mühlviertler Waffennarren überzeugt. Der Ex-Soldat (65) hatte, wie berichtet, ein riesiges Arsenal gesammelt und erzeugt.

„Unsere Polizeiwaffenmeister sind von der Qualität der Schusswaffen, die der Verdächtige angefertigt hat, beeindruckt. Das war feinste Ware. Sie haben gesagt, so eine Genauigkeit, mit der er gearbeitet hat, sieht man selten“, sagt Michael Tischlinger, Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz (LVT). Dessen Behörde muss sich nun mit der Aufarbeitung des tonnenschweren Arsenals herumplagen.

Ex-Freundin zeigte ihn an
Der 65-jährige war von seiner Ex-Freundin angezeigt worden. Sie hatte der Ehefrau des offenbar recht umtriebigen Pensionisten eine 16-jährige Affäre gebeichtet. Danach um ihr Leben gefürchtet - weil sie wusste, dass ihr Ex-Liebhaber mit seiner Sammlung jede Kaserne blass aussehen ließ.

Der Ex-Soldat, der vor zwanzig Jahren gesundheitsbedingt in Frühpension gegangen war, hatte mehr als eine Million Patronen, 20 vollautomatische Waffen, 100 Faustfeuerwaffen, 30 Gewehre und 100 Schalldämpfer gehortet. Das sind alles Mindestangaben, denn die Polizei ist noch damit beschäftigt, die Schießeisen zusammenzuschrauben.

Der „Reserve-Rambo“ sitzt in U-Haft. Spannend wird, ob, und wie weit ihm der Handel nachweisbar ist. Derzeit beträgt der Strafrahmen drei Jahre (§ 50 Waffengesetz, Abs. 1 und 1 a). Am Schwarzmarkt kann man für unregistrierte Schusswaffen das Zehnfache des Normalpreises verlangen, so die Polizei.

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Dienstag, 27. Oktober 2020
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