26.03.2020 22:20 |

Hohe Dunkelziffer

Mehr als 500.000 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert

Auf der ganzen Welt haben sich mit Stand Donnerstagabend bereits mehr eine halbe Million Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer, die nach einer Infektion starben, kletterte auf 22.920 Personen. Dabei handelt es sich jedoch nur um die offiziell gemeldeten Fälle: Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer enorm hoch ist.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete am Donnerstagabend von mindestens 501.556 Infektionsfällen in 182 Ländern. Die Zahl der Menschen, die an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben, soll 22.920 betragen. In der Echtzeitkarte der John Hopkins Universität werden diese erschreckenden Zahlen sogar noch höher angegeben.

16-jähriges Mädchen nach Infektion in Frankreich gestorben
In Frankreich starben innerhalb von 24 Stunden weitere 365 Corona-Patienten. Unter den Opfern ist auch ein 16-jähriges Mädchen, wie die französischen Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten. Insgesamt starben in Frankreich bisher 1696 Menschen an Covid-19. Die Zahl der Erkrankten auf den Intensivstationen des Landes stieg seit Mittwoch um 548 auf 3375 Patienten, teilte der Generaldirektor im französischen Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, mit.

Derweil meldete Großbritannien erstmals mehr als hundert Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden. 115 Patienten seien seit dem Vortag an Covid-19 gestorben, womit sich die Zahl der Toten auf 578 erhöhte, erklärte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstagabend. Die Zahl der offiziell registrierten Infektionsfälle liege bei 11.658 - 2000 mehr als am Mittwoch.

Italien wird bald China bei Infektionen überholen
Unverändert dramatisch gestaltet die Situation weiterhin in Italien, das in Europa bislang am schwersten von der Pandemie betroffen ist. Mit mehr als 80.000 Fällen wird der Mittelmeerstaat bald China überholen, wo das Virus seinen Ausgang nahm. Bereits letzte Woche wurde vermeldet, dass es in Italien bereits mehr Todesopfer durch das Coronavirus als in China gibt. Trotz verschärfter Ausgangssperre, angehobener Geldstrafen bei Verstößen und rigoroser Kontrollen werden weiterhin täglich Tausende Isolationssünder angezeigt.

Spanien musste Tausende mangelhafte Testkits retounieren
Spanien ist in absoluten Zahlen in Europa das am zweitstärksten vom Coronavirus betroffene Land in Europa: Hier gibt es mehr als 56.000 Infektionen. Der Staat musste feststellen, das kürzlich angeschaffte Testkits mangelhaft sind. Man habe die 9.000 Stück inzwischen zurückgegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Die Diagnosekits hatten nach Angaben von Ärzten und von Experten eine Genauigkeit von nur 30 Prozent. Als akzeptabel gelten 80 Prozent. Ein herber Rückschlag für Spanien: Es herrscht ein enormer Mangel an Diagnosekits. Experten betonen jedoch, dass breit angelegte Tests in der Bevölkerung unerlässlich seien, um der Pandemie Herr zu werden.

Experten schätzen Dunkelziffer enorm hoch ein
Bei den offiziell gemeldeten Infektions- und Todesfällen handelt es sich nach Einschätzung von Experten nur um einen Bruchteil der tatsächlichen Corona-Fälle weltweit. In vielen Ländern mangelt es an Testkapazitäten, vielerorts werden zudem nur Patienten mit schweren Symptomen auf das Coronavirus getestet. Virologen gehen daher von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

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