16.03.2020 06:57 |

Ski-Legende isoliert

Karl Schranz: „Das ist nicht mehr mein St. Anton!“

 Ski-Legende Karl Schranz wurde im letzten November bereits 81. Der Tiroler zählt somit zur absoluten Risikogruppe bei Corona. Wie er sich in seinem isolierten Heimatort St. Anton derzeit so fühlt, erklärt er der „Krone“.

Der Ort ist weltberühmt. St. Anton. Perle am Fuße des Arlbergs. Legendäre Ski-Weltmeisterschaft 2001 mit dem krönenden Abschluss, als der blutjunge „Hausherr“ Mario Matt und der nur wenig ältere Benni Raich, von völlig euphorisierten 60.000 Fans im Slalom angetrieben, zum Doppel-Triumph flogen.

Schranz in der Risikogruppe
St. Anton. Das ist aber auch der Heimatort der Ski-Legende Karl Schranz. Der als Rennläufer so viele historische Triumphe feierte. Der damals oben genannte WM dorthin holte. Der im November 2018 ebendort seinen 80. Geburtstag feierte. Und somit, mit nunmehr etwas über 81, zur absoluten Corona-Risikogruppe zählt.

Aber jetzt ist der Ort, den er so liebt, isoliert. Höchstes Risikogebiet. Allerhöchstes. Und ausgestorben. Und das um diese Jahreszeit. Wo sonst Massen an Urlaubern aus aller Welt alles förmlich überschwemmen. „Das ist nicht mehr mein St. Anton“, sagt Karl Schranz mit sorgenvollem Blick auf die gespenstisch leeren Straßen. Durch die er bis zuletzt spaziert ist. „Ich saugte die frische Luft förmlich in mir auf. Aber ich hielt natürlich Abstand zu den Menschen, grüßte etwa immer nur aus gewisser Entfernung.“

Im tiefen Winterschlaf
Seit gestern ist aber auch das nicht mehr möglich. Empfohlene Ausgangssperre. Nicht nur für St. Anton. Für das gesamte Land. „Jetzt“, sagt Schranz, „ist das endgültig nicht mehr der Ort, den ich so liebe!“ Und fügt tiefernst hinzu: „Dieses St. Anton liegt mitten im März im tiefen Winterschlaf!“ Und niemand weiß leider, wann es daraus erwachen wird. Nicht wird. Darf!

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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