11.03.2020 19:19 |

Talk zum Coronavirus

„Wer keine Symptome hat, wird auch nicht getestet“

Das Coronavirus hat Österreich in den Ausnahmezustand versetzt. Nach den ersten Maßnahmen vom Dienstag wird es ab Montag (vorerst bis Ostern) keinen Unterricht an den Oberstufen der Schulen - also ab der neunten Schulstufe - geben. Die unteren Schulstufen werden ab Mittwoch nächster Woche folgen, hier werde von Unterricht auf Betreuung umgestellt. Katia Wagner hat mit einer Expertenrunde alle aktuellen Fragen besprochen. Kritik gab es aber für die Durchführung der Tests. So würde die Testungskette Lücken aufweisen und die telefonische Helpline sei stark überlastet.

Auch ÖVP-Gesundheitssprecherin Gaby Schwarz erinnert nochmal daran, „alle Maßnahmen, um die wir gebeten haben, zu berücksichtigen“. Vor allem das Einschränken der sozialen Kontakte sei wichtig: „Wir wissen, dass sich das wirklich auf die Anzahl der Neuinfektionen auswirkt.“

Regelmäßiges Händewaschen und Respekt vor Verweigerung des Handschlags sind, laut Schwarz, zwei weitere wichtige Dinge, um die Ausbreitung einzudämmen. „Aber es ist auf jeden Fall kein Grund zur Panik. Weil die Influenza jetzt mit den warmen Temperaturen immer mehr abnehmen wird, wird es uns dann auch leichter, fallen die Situation genauer zu beurteilen.“

FPÖ-Kritik: „Diese Geschichte ist halbherzig“
Kritik zum Vorgehen der Bundesregierung kommt von FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch: „Wir schließen zwar die Grenze nach Italien, können aber trotzdem nicht ausschließen, dass Italiener vielleicht über Slowenien oder andere Länder einreisen. Diese Geschichte ist halbherzig.“

Lob für Gesundheitsminister Anschober
Universitäten und Schulen, wo sich vor allem junge Menschen aufhalten, zu schließen, sei aufgrund der niedrigen Gefahr für Letztere der falsche Weg: „Man hätte schauen müssen, dass man Lungenstationen und Geriatrien, wo viele Menschen betroffen sind, abschottet. Die hätte man von Besuchern absperren müssen.“ Lob gibt es von Belakowitsch hingegen für Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne): „Er bringt das in einer sehr ruhigen und kompetenten Art und Weise rüber.“

„Das Nulldefizit ist jetzt zweitrangig“
„Es wird erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Budget haben“, meint SPÖ-Abgeordneter Jan Krainer. Aber die höchste Priorität habe im Moment trotzdem der Schutz der Österreicherinnen und Österreicher. Wenige Tage vor der Budgetrede des Finanzministers sei das Nulldefizit jetzt aber zweitrangig: „Wir müssen jetzt schauen, dass es für die Gesundheit und die Spitäler genug Geld gibt.“

Kritik an der Testungskette
Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda hat unter seinen Arbeitnehmern bereits einen Corona-Fall erlebt. Er kritisiert die Testungskette, diese würde Lücken aufweisen: „Es war unter den Kollegen nicht mehr klar, wer sich eventuell infiziert hat. Das große Problem war danach, an einen Test zu kommen. Zwar sind alle Kollegen, wie es verlangt wurde, zu Hause geblieben, aber es gab keine Chance, einen Test aufzutreiben, der diese Situation auflöst. Denn wenn man keine Symptome aufweist, wird man auch nicht getestet.“

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Sämtliche Ausgaben unseres Talk-Formats „Brennpunkt“ - immer mittwochs ab 19 Uhr auf krone.tv und hier auf krone.at sowie um 22 Uhr bei n-tv Austria - mit Moderatorin und Kolumnistin Katia Wagner zum Nachsehen finden Sie unter krone.at/brennpunkt.

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