Nach Gefängnisrevolten

Italien: Militär jagt Dutzende geflohene Häftlinge

Ausland
09.03.2020 16:02

Die Revolten in italienischen Gefängnissen breiten sich aus - in 27 Strafanstalten ist es bereits zu gewaltsamen Protesten gekommen, die mehrere Menschenleben kosteten. In Foggia gelang Dutzenden Sträflingen die Flucht während eines Aufstands - das Militär soll nun die Ausreißer wieder aufgreifen.

Der schlimmste Aufstand fand wohl im Gefängnis in Modena statt, wo sechs Insassen ums Leben kamen, vier weitere befinden sich in kritischem Zustand in Krankenhaus. Drei Gefängniswächter und sieben Sanitäter wurden mit leichten Verletzungen behandelt.

Auch ohne Todesopfer ist die Situation in Foggia ebenfalls dramatisch: Rund 50 Insassen konnten aus der Strafanstalt fliehen - 30 Flüchtige konnte die Polizei rasch wieder festnehmen, nach 20 weiteren wird noch gesucht.

Ausgerissene Häftlinge versuchten Autos zu stehlen
Die Nachricht sorgte für Panik unter den Bewohnern der Ortschaft, so die lokale Zeitung „Foggia Reporter“. Die Menschen hätten sich in ihren Häusern verbarrikadiert und viele Geschäfte wurden geschlossen. Einige der Insassen hätten auch versucht, Autos zu stehlen, um aus der Stadt zu kommen.

Gefängnis-Insassen in Mailand steigen auf das Dach
Unterdessen stiegen Insassen des Mailänder-Gefängnisses San Vittore auf das Dach der Justizanstalt und forderten ihre Freilassung wegen der Coronavirus-Epidemie in Italien. Proteste gab es auch in den römischen Strafanstalten Rebibbia und Regina Coeli, wo Matratzen und Decken in Brand gesetzt wurden.

Insassen des San Vittore-Gefängnisses in Mailand demonstrierten auf dem Dach der Haftanstalt gegen neue Regeln, die aufgrund der Corona-Epidemie eingeführt wurden. (Bild: AP)
Insassen des San Vittore-Gefängnisses in Mailand demonstrierten auf dem Dach der Haftanstalt gegen neue Regeln, die aufgrund der Corona-Epidemie eingeführt wurden.

Die Sträflinge protestierten gegen die schlechten hygienischen Zustände in den übervölkerten Strafanstalten. Der Protest richtete sich auch gegen den Regierungsbeschluss, Besuche von Angehörigen als Vorsichtsmaßnahme gegen die Coronavirus-Epidemie auszusetzen.

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