Familientragödie

„Therapie kann einen Ausweg aufzeigen“

Jahrelange Streitigkeiten in der Familie könnten das Motiv für die Familientragödie in Enns gewesen sein. Christian P. (42) soll seinen Vater Josef (78) erwürgt haben. Aber hätte Hilfe von außen, etwa eine Familientherapie, die Bluttat verhindern können? Die „Krone“ sprach mit Maria-Theresia Müllner, Leiterin des Zentrums für Familientherapie und Männerberatung des Landes OÖ.

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„Krone“:Hätte professionelle Hilfe und eine Therapie die Familientragödie von Enns vielleicht verhindern können?
Maria-Theresia Müllner: So eine Familiensituation ist insgesamt sehr schwierig. Man muss sich den Einzelfall genau anschauen. Aber es wird immer solche Vorfälle geben. Man kann nicht alles verhindern. Gewalt gehört zum Leben dazu.

„Krone“:Familien in Schwierigkeiten finden bei Ihnen Hilfe.
Müllner: Wir bieten Einzel-, Paar- und Familientherapie sowie die Männerberatung an.

„Krone“:Wenn nun ein Familienmitglied Hilfe sucht, die anderen Beteiligten aber nicht mitmachen wollen, macht dann eine Therapie Sinn?
Müllner:
Durchaus, wir können dem Einzelnen helfen, dass er sicherer wird und für sich einen Ausweg findet, wie er mit der Situation umgehen kann. Man darf sich zum Beispiel von der Paartherapie ohnehin nicht erwarten, dass man diese auch wieder als Paar beendet.

„Krone“:Kann eine Freundin sich melden, wenn sie das Gefühl hat, dass in einer Familie etwas schief läuft?
Müllner:
Hilfe suchen muss immer der, der etwas will. Wir arbeiten mit der betroffenen Person und nicht über die Person hinweg.

„Krone“:Manche Ihrer Klienten werden aber vom Gericht zur Therapie geschickt.
Müllner: Auch bei diesen kann die Therapie nur dann Erfolg haben, wenn sie sich selbst dafür entscheiden, sie anzunehmen und wenn sie das als Chance sehen.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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