588,2 Prozent Plus:

Pädophiler Urologe sprengt Sex-Statistik

Die Kriminalstatistik 2019 zeigt, dass es in Oberösterreich bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung eine Zunahme von 38,4 Prozent gegeben hat. Bei den Bezirken sticht Gmunden mit einem Plus von 588,2 Prozent hervor – dort soll ein Urologe 111 Kinder und Jugendliche missbraucht haben.

Im Jahr 2018 hatte es im Bezirk Gmunden nur 34 Straftaten gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung gegeben. 2019 waren es jedoch 234 (plus 200), das bedeutete einen enormen Anstieg von 588,2 Prozent.

Leicht erklärbar
„Das klingt viel, ist aber im Grunde genommen leicht erklärbar“, sagt der Gmundner Bezirkspolizeikommandant Gerhard Steiger. In dieser Statistik würden sich die Anzeigen gegen jenen Facharzt niederschlagen, der Kinder in großer Anzahl missbraucht haben soll. In 111 Fällen hat – wie berichtet – die Staatsanwaltschaft Wels bereits Anklage gegen den Verdächtigen erhoben, wir berichteten mehrfach.

Jeder Fall zählt in der Statistik als Straftat
„Jeder Fall zählt in der Statistik als einzelne Straftat, daher kommt es zu diesem enormen Anstieg“, erklärt Gerhard Steiger. Die entsprechende Aufklärungsrate bei sexuell motivierten Taten war im Bezirk Gmunden demnach auch hoch, lag bei 97,9 Prozent.

Höchster Rückgang
Den höchsten Rückgang bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung gab es übrigens in den Bezirken Eferding (minus 64 Prozent), Grieskirchen (minus 42,6 Prozent) und Perg (–40,4 %).

Die höchsten Anstiege
Neben dem Bezirk Gmunden die höchsten Anstiege verzeichneten Freistadt (plus 152,9%) sowie die Bezirke Ried (78,3%) und Vöcklabruck (77,4%). Interessant: Auf die höchsten Aufklärungsquoten konnten die Bezirke Eferding, Rohrbach und Steyr-Land stolz sein. In 100 Prozent der angezeigten Sex-Fälle wurden Verdächtige erwischt.

Mehr Polizei gefordert
FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr nimmt die Kriminalstatistik zum Anlass, um eine Aufstockung der Polizei zu fordern.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 09. April 2020
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