12.02.2020 15:28 |

Sexismus-Drama

„Bombshell“: Kidman und Co. schweigen nicht mehr

Bereits gut ein Jahr vor dem verstörenden Fall Harvey Weinstein fand ein Skandal im US-Mediengeschäft statt, der als Meilenstein in der von weiblicher Entrüstung getragenen #MeToo-Bewegung gesehen werden kann. Im Juli 2016 trat Roger Ailes, Chef des konservativen US-Senders Fox News, zurück, nachdem ihn mehrere Frauen - unter ihnen die Moderatorin Carlson und die Nachrichtensprecherin Kelly - der sexuellen Belästigung beschuldigt hatten.

US-Regisseur Jay Roach, der sich mit „Game Change - Der Sarah-Palin-Effekt“ schon an ein politisch relevantes Thema herangewagt hatte, rekonstruiert mit Top-Besetzung die Ereignisse in einem von Frauenfeindlichkeit geprägten Unternehmen: Wer bei dem Nachrichtensender Fox News arbeiten will, muss mega-sexy und willig sein.

Als sich Anchor-Woman Megyn Kelly (Charlize Theron) nach einem brisanten Interview vom vormaligen Präsidentschaftskandidaten Trump via Twitter untergriffig diffamiert sieht, hofft sie vergebens auf Rückendeckung ihres Chefs Roger Ailes (John Lithgow). Auch Moderatorin Carlson (Nicole Kidman) sieht sich sexuellen Avancen ausgesetzt - und reicht, nachdem sie gefeuert wurde, Klage gegen Ailes ein. Der zwingt indes eine junge naive Redakteurin - Margot Robbie als fiktionaler Charakter - zu Dienstleistungen auf seiner Casting-Couch.

Ein mitreißendes Drama um Medien-Macht und weibliches Aufbegehren in einem frauenverachtenden Jobumfeld - unterlegt mit messerscharfen Dialogen, die den bitteren Beigeschmack noch verstärken. „Bombshell“ balanciert auf High Heels auf dem schmalen Grat zwischen Politik, viriler Gier und Doku - und ist in seinem Bemühen, hart an der Wahrheit zu sein, relevanter Beitrag zur #MeToo-Bewegung.

Kinostart von „Bombshell - Das Ende des Schweigens“: 14. Februar.

Christina Krisch, Kronen Zeitung

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