05.02.2020 17:45 |

Alte Ansichten

Der Lendkanal in Klagenfurt wird zur Landesstraße

Klagenfurt musste schon im 19. Jahrhundert oft um jeden Gulden und jede Krone kämpfen - deshalb wollten die Stadtväter der 1870-er die aufwändig zu erhaltende Lend loswerden.

Die Dampfschifffahrt setzte den Ufern des Lendkanals durch Wellenschlag sehr zu, die Erhaltungskosten waren hoch. Genau aus diesen Gründen wandte man sich in den 1870-er Jahren an den Statthalter seiner Majestät - der Lendkanal sollte zur „Landesstraße“ ernannt werden, um so in das Budget des Landes zu fallen.

In jenen Tagen war es üblich, die Gemeinderatsprotokolle in der Klagenfurter Zeitung zu veröffentlichen. Zur entscheidenden Sitzung - man hatte das Anliegen umfangreich begründet und dem Statthalter vorgelegt - erschien ein Vertreter des Landes und stellte an die Stadtväter viele Detailfragen. Denn auch das Land wusste aus leidvoller Erfahrung, dass die Sanierungen und Erhaltungsarbeiten am Lendkanal große Summen verschlangen.

Über eine Stunde „grillte“ der Emissär der Statthalterei die Ratsherren, dann kam es zum großen Showdown im Rathaus! Als letzte Frage hatte sich der gute Mann nämlich die folgende aufgehoben: „Wohin, geschätzter Herr Bürgermeister, sind eigentlich die hohen Mauterlöse von jährlich zirka 20.000 Gulden, gekommen, die von der Stadt seit 1862 von den Schiffen und Flößen lukriert worden sind und die eigentlich für die Erhaltung des Kanals eingesetzt werden sollten?“

Der Redakteur der „Klagenfurter Zeitung“ war mit einer guten Portion Ironie gesegnet, denn anstelle der wörtlichen Antwort des Bürgermeisters schrieb er nur: „Darauf wusste der Herr Bürgermeister keine Antwort zu geben. Womit das Projekt Landesstraße auch schon erledigt war“.

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