02.02.2020 06:00 |

In Millionenhöhe

Neue Vordienstzeiten: Mehrkosten für Beamte drohen

Wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) werden die Vordienstzeiten bei Beamten neu bewertet. Die ÖVP befürchtet zusätzliche Kosten in Millionenhöhe. Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) hält sich bedeckt: „Die Frage nach den tatsächlichen Mehrkosten ist derzeit nicht seriös zu beantworten.“

Der EuGH stellte im Vorjahr fest, dass Teile der Besoldungsreform des Bundes von 2015 diskriminierend sind. Neben der rechtlichen Reparatur müssen deshalb nun auch die Vordienstzeiten bei Beamten neu berechnet werden - was sich natürlich auf das Gehalt auswirkt. Der Bund mit rund 130.000 Bediensteten geht für die nächsten drei Jahre von zusätzlichen Kosten in der Höhe von mehr als 400 Millionen Euro aus.

Da die Stadt Wien die Besoldungsreform einst mit der Dienstrechtsnovelle übernommen hat, besteht ebenfalls Handlungsbedarf. Für 65.000 Beamte – was der Hälfte des Bundes entspricht – werden die Vordienstzeiten neu bewertet.

„Entweder Unfähigkeit oder Unwilligkeit“
Stadtrat Markus Wölbitsch sieht ebenfalls in den nächsten Jahren Kosten in Millionenhöhe auf die Stadt zurollen. Noch mehr ärgert ihn, dass es dazu noch keine Kalkulationen gibt: „Das ist entweder Unfähigkeit oder Unwilligkeit zur Kostentransparenz“, so Wölbitsch. Das Nulldefizit im Stadtbudget werde so kaum zu halten sein.

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 26. September 2020
Wetter Symbol
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.