31.01.2020 08:22 |

Auf der Insel Lesbos

ProAsyl-Bericht spricht vom „Albtraum Moria“

Die Menschenrechtsorganisation ProAsyl hat dem Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. Im aktuellen Bericht „Albtraum Moria“ ist von „Abgründen europäischer Flüchtlingspolitik“ die Rede. Auf Lesbos befinden sich derzeit über 21.000 Schutzsuchende, 19.200 davon leben im Lager Moria unter „desaströsen Bedingungen“, heißt es in dem Report. 

Mehr als 40 Prozent der Schutzsuchenden auf Lesbos sind Kinder. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks schlief die Hälfte der 1150 unbegleiteten Kinder, die im November 2019 in Moria lebten, in Großzelten oder musste sich selbst einen Schlafplatz suchen. Im Vorjahr starben drei Kinder in dem Flüchtlingslager, eines davon gemeinsam mit der Mutter in einem Feuer

Viele besonders Schutzbedürftige
Die Bedingungen innerhalb und außerhalb des EU-Hotspots Moria seien „nicht nur unmenschlich und gefährlich, sie seien einfach unbeschreiblich“, heißt es in dem Bericht von ProAsyl. Unter den Tausenden von Flüchtlingen, die sich dort aufhalten, gibt es viele besonders Schutzbedürftige - wie Menschen mit Behinderungen und Frauen, die erst kürzlich entbunden hätten.

Nur drei Ärzte im Flüchtlingslager
Nach Angaben der Nationalen Organisation für Öffentliche Gesundheit gibt es in Moria gerade einmal drei Ärzte, zwei Hebammen und acht Krankenschwestern für die 19.200 dort lebenden Flüchtlinge. In Österreich kommen 5,2 praktizierende Ärzte auf 1000 Einwohner.

Der deutsche grüne EU-Abgeordnete Erik Marquardt forderte die Mitgliedsstaaten in einer Rede dazu auf, die Menschen von den griechischen Inseln zu evakuieren.

Eine Mehrheit der Flüchtlinge kommt aus Afghanistan (70 Prozent), Syrien (13 Prozent) und der Demokratischen Republik Kongo sowie Somalia (jeweils vier Prozent). Erst kürzlich hatten Tausende Bewohner der Ägäisinsel gegen die überfüllten Flüchtlingslager protestiert.

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