22.01.2020 12:42 |

„Krone“-Kommentar

Wir verbringen Arbeitszeit nicht mehr in Fabriken

Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden schlafen - unser Arbeitsmodell ist im letzten Jahrhundert stehen geblieben. Oft wird dieser Konflikt entlang der Generationslinien abgehandelt; die erste Konfrontation mit dem Arbeitsmarkt wird oft als „Reality check“ der Jugend bezeichnet, die mit ihren verträumten, utopischen und naiven Vorstellungen der Zukunft auf die harten, kalten Fakten des Arbeitsalltags treffen.

In der Entwicklung vom Industriezeitalter (20. Jahrhundert) zum Kreativ-Digitalzeitalter (21. Jahrhundert) wird es ganz klar zu Änderungen in unserer Einstellung zum Thema Arbeit kommen. Wir werden immer mobiler. Homeoffice ist kein Faulenzen. Vaterzeit ist keine Schwäche. Ein Sabbatical ist nicht (nur) Urlaub.

Wir verbringen unsere Arbeitszeit nicht mehr in Fabriken, der Arbeitsmarkt denkt aber noch so. Alle Produktivitätsstudien zeigen, von acht Stunden im Büro ist man nur drei bis vier wirklich produktiv - egal, wie lange wir im Büro sitzen. Das sind keine Faulheitserscheinungen, sondern der Wandel unserer Arbeit. Eine Vier-Tage-Woche ist ein Lösungsansatz, in unseren skandinavischen Vorbildländern wird damit bereits erfolgreich experimentiert.

Die Grundformel muss lauten - Entlohnung nicht anhand von abgesessenen Stunden, sondern anhand von Leistung. Es ist ja schließlich egal, ob wir in der Arbeit oder zu Hause unsere Zeit mit Katzenvideos und Facebook vertrödeln.

Tristan Horx, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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