21.01.2020 14:03 |

Fall Ruinerwold:

Vater wird mehrfache Vergewaltigung vorgeworfen

Ein Vater, der mit seiner Familie isoliert auf einem niederländischen Bauernhof lebte, hat laut Anklage seine sechs Kinder über Jahre hinweg misshandelt. Der 67-Jährige soll zudem eine Tochter und einen Sohn im Alter von damals zwölf bis 15 Jahren mehrfach vergewaltigt haben, heißt es in der Anklage: „Es sind Straftaten gegen Kinder in einer extrem abhängigen Situation“, sagte die Staatsanwältin.

Gut drei Monate nach Entdeckung der Familie auf dem Hof im ostniederländischen Dorf Ruinerwold wurde der bizarre Fall jetzt erstmals dem Gericht vorgelegt. Der Vater sowie der Österreicher Josef B. (58), der den Hof gemietet hatte, werden der Freiheitsberaubung und Geldwäsche beschuldigt. Der nach einem Schlaganfall gelähmte Gerrit-Jan van D. erschien nicht vor Gericht.

„Ich habe ein reines Gewissen“
Josef B. dagegen wies vor Gericht alle Anschuldigungen zurück. „Es ist absolut nichts wahr! Es gibt keinen Keller und niemand wurde eingesperrt“, zitierte ihn am Dienstag die niederländische Zeitung „De Telegraaf“. „Ich habe ein reines Gewissen“, ergänzte er laut ORF-Korrespondentin Veronika Fillitz. Der Bauernhof sei wie ein Kloster gewesen.

Drohung mit „bösen Geistern“
Der Vater wollte die Kinder laut Anklage von der Welt fernhalten und drohte ihnen bei Kontakt mit der Außenwelt mit „bösen Geistern“. Die Kinder sagten demnach, dass sie auch geschlagen und getreten worden seien. Weitere Strafen seien das Zudrücken der Kehle und stundenlanges Sitzen in kaltem Wasser gewesen.

Familie in geheimen Raum entdeckt
Die Polizei hatte die Familie im letzten Oktober in einem geheimen Raum hinter einem Kasten entdeckt. Zuvor hatte der älteste Sohn im Dorfwirtshaus um Hilfe gebeten. Drei ältere Kinder waren schon früher aus der Familie geflohen. Die Mutter war 2004 gestorben. Das Hauptverfahren wird möglicherweise erst nach dem Sommer eröffnet.

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