10.01.2020 18:38 |

krone.tv-Talk

Abschuss: „Pilot hat keine Chance, auszuweichen“

Zwei österreichische Experten erklären im krone.tv-Talk, wie der Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs bei Teheran am wahrscheinlichsten erfolgt ist: Oberst Thomas Golda ist Leiter des Instituts Fliegerabwehr an der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule des Bundesheeres. Amtsdirektor Wolfgang Mayrhofer leitet dort das Referat elektronische Kampfführung.

Dass die ukrainische Unglücksmaschine nahe der iranischen Hauptstadt tatsächlich abgeschossen wurde, ist laut führenden Fliegerabwehrexperten durchaus im Rahmen des Möglichen: „Es ist sehr einfach, mit Systemen wie den kolportierten SA-15-,Tor‘-Raketen startende Passagierflugzeuge abzuschießen“, so Oberst Thomas Golda im krone.tv-Talk. „Das Flugzeug fliegt sehr gleichmäßig, ist tief und langsam. Es hätte auch keine Chance, auszuweichen - der Treffer wäre mit 90 Prozent Sicherheit erfolgt“, ergänzt Amtsdirektor Wolfgang Mayrhofer.

Video aus Teheran zeigt eine aufsteigende Rakete und den Treffer

„Verwechslung, Fehlentscheidung, Defekt“
Der wahrscheinliche Abschuss kam zu einem Zeitpunkt erhöhter Alarmbereitschaft der iranischen Streitkräfte. Doch selbst hier hätte wohl niemand „zu Übungszwecken“ ein geladenes Raketensystem auf ein ziviles Flugzeug gerichtet. „Menschen und Technik spielen bei solchen Waffen stark zusammen. Hier kann es zu Verwechslungen, Fehlentscheidungen, aber auch zu technischen Defekten kommen“, so Golda.

Video zeigt den Absturz und das Trümmerfeld bei Teheran

Auch US-Geheimdienstmitarbeiter gehen mittlerweile davon aus, dass das iranische Luftabwehrsystem aktiv gewesen sein könnte, nachdem am Mittwoch vom Iran aus Raketen auf von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak abgefeuert worden waren, berichteten CNN und „Newsweek“. Mehr dazu im krone.tv-Talk (Video oben).

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Freitag im Weißen Haus: „Wir glauben, dass es wahrscheinlich ist, dass dieses Flugzeug durch eine iranische Rakete abgeschossen wurde.“ Pompeo betonte aber, man müsse die Untersuchung abwarten.

AUA streicht Flüge in den Iran
Auf „Krone“-Anfrage verteidigt Pilot und Flugsicherheitsexperte Thomas Friesacher die iranische Armee: „Nur keine Vorverurteilung. Die Untersuchung wird ein Jahr dauern. Ich bin oft im Iran und kenne die Luftüberwachungssysteme. Die sind auf höchstem Standard.“ Unabhängig davon hat die AUA bis auf Weiteres ihre Flüge nach Teheran gestrichen.

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