08.01.2020 06:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

EMS-Sendung kam zu spät: Keine Haftung für Folgen

EMS-Sendungen werden laut Post bis spätestens 12 Uhr zugestellt. Dafür werden Gebühren in Rechnung gestellt. Wird dieses Versprechen nicht eingehalten, gibt es allerdings keine Konsequenzen. Zumindest für die Post. Auf etwaigen Folgekosten bleiben die Kunden selbst sitzen. Wie Sylvia A. aus Oberösterreich.

Für einen Türkei-Urlaub musste Sylvia A. einen neuen Pass beantragen. „Ich habe den Express-Zuschlag bezahlt, und es wurde mir zugesichert, dass mir der Ausweis an dem besagten Tag bis spätestens zwölf Uhr mittags zugestellt wird“, erinnert sich die Pensionistin. Als um halb eins noch immer niemand mit dem Pass erschienen war, machte sich die Oberösterreicherin auf nach Salzburg, um sich dort zunächst einen Notpass sowie ein Visum beim türkischen Konsulat zu besorgen, damit sie rechtzeitig in den Urlaub fliegen konnte.

„Als ich am Abend von Salzburg zurückgekommen bin, lag eine EMS-Verständigung in meinem Postkasten. Ich war so was von sauer, denn durch die nicht rechtzeitige Zustellung sind mir Zusatzkosten in Höhe von knapp 180 Euro entstanden, die ich mir hätte ersparen können“, erklärt Frau A. ihren Ärger. Nach ihrem Urlaub wandte sie sich mit einer Beschwerde an die Post. Jedoch ohne Erfolg. Nicht einmal eine Antwort war die Sache dort wert, weshalb die Leserin schließlich die Ombudsfrau kontaktierte.

Post haftet nicht für Folgekosten
Tatsächlich macht es sich die Österreichische Post leicht. Man bedauert zwar, dass die EMS-Sendung - für die Mehrgebühren anfallen! - tatsächlich nicht bis 12 Uhr zugestellt worden ist. Auftraggeber sei jedoch die Österreichische Staatsdruckerei, und daher dürfe man keine Auskünfte an Dritte erteilen. Was aber eh wurscht ist, weil: Gemäß den Geschäftsbedingungen werde für Folgekosten ohnehin keine Haftung übernommen.

Auch wenn Frau A. Auftraggeber gewesen wäre, würde ihr lediglich das Aufgabeentgelt für die nicht rechtzeitige Zustellung zustehen. Man hat der Kundin dennoch Gutscheine im Wert von 30 Euro angeboten. Das klingt ein bisschen sehr nach Hohn.

 Ombudsfrau
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