23.12.2019 13:24 |

Gutachten ausständig

Säugling in Wien misshandelt: Lebensgefahr gebannt

Jener Säugling, der Anfang Dezember mit schwersten Hirnverletzungen in ein Wiener Krankenhaus eingeliefert worden war, schwebt nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Der kleine Bub wurde kürzlich aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt, wie am Montag bekannt wurde. Ob das Kind bleibende Schäden davonträgt, ist weiterhin nicht absehbar. Der Vater des Kindes befindet sich nach wie vor in U-Haft, gegen ihn wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Ebenso laufen Erhebungen gegen die Kindsmutter wegen Quälens und Vernachlässigens Unmündiger. Die 30-Jährige ist nach wie vor auf freiem Fuß.

Wie berichtet, war die Mutter des Kindes mit dem Säugling am 5. Dezember ins Krankenhaus gekommen, weil sie besorgniserregende Veränderungen im Verhalten des kleinen Buben festgestellt hatte. Bei der genaueren Untersuchung offenbarte sich das gesamte Ausmaß der Verletzungen des Babys.

Rasch kamen die Eltern des Kindes in den Fokus der Ermittlungen - in der Folge wurde der 35 Jahre alte Vater des Buben festgenommen und die U-Haft über ihn verhängt. Er bestreitet jedoch nach wie vor, dem Kind Gewalt angetan zu haben, und fühlt sich diesbezüglich zu Unrecht von der Kindsmutter belastet. Diese hat nach wie vor Kontakt zu ihrem Sohn, besuchte das Baby zuletzt wiederholt im Krankenhaus.

Trennung und Streit während Schwangerschaft
Bereits während der Schwangerschaft hatten sich die Eltern des Kindes zerstritten und getrennt. Auch nachdem das Kind auf die Welt gekommen war, soll die Frau dem 35-Jährigen zunächst nicht erlaubt haben, das Baby zu sehen - bis zum 26. Oktober, wie der Verteidiger des Mannes, Wolfgang Blaschitz, berichtete. Ab diesem Zeitpunkt habe der 35-Jährige - bisher unbescholten, Sohn einer bei der Wiener Polizei tätigen Vertragsbediensteten - dann sein Kind jeden Abend bei seiner Ex besucht. Dabei sei nie etwas vorgefallen, der Mann sei abgesehen von einem Abend, an dem das Baby durchgehend friedlich geschlafen habe, auch nie mit dem Kind allein in einem Raum gewesen.

Wie berichtet, waren am 5. Dezember im Krankenhaus neben frischen Verletzungen auch mehrere Tage alte festgestellt worden. Wie der Anwalt dazu am Montag festhielt, soll eine Physiotherapeutin das Kleinkind am 2. Dezember behandelt haben. „Wäre das Kind da verletzt gewesen, hätte die Therapeutin das sicher gesehen und gemeldet“, nahm Blaschitz an.

„Haftgründe aufrecht“
Der Vater des Buben bleibt vorerst im Gefängnis, die U-Haft sei um weitere vier Wochen verlängert, teilte Gerichtssprecherin Christina Salzborn mit. „Die bisherigen Haftgründe bleiben aufrecht“, präzisierte Salzborn. Da gegen den 35-Jährigen wegen versuchten Mordes ermittelt wird, kommt bei ihm die bei Kapitalverbrechen vorgesehene bedingt obligatorische U-Haft zum Tragen.

Folgeschäden nicht absehbar
Bislang ist noch nicht abschätzbar, inwieweit das Kind aufgrund der Verletzungen künftig beeinträchtigt bleibt. Neurologische Untersuchungen sind dafür nötig, diese konnten aber aus medizinischen Gründen noch nicht beim Säugling durchgeführt werden, hieß es. Mit Spannung wird jetzt auf ein von der Justiz in Auftrag gegebenes Gutachten zum Zustandekommen, zu Grad und Alter der Verletzungen des Säuglings gewartet. Die Expertise liege noch nicht vor, teilte Nina Bussek, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, mit.

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