22.12.2019 13:57 |

Nach missglücktem Test

„Starliner“-Kapsel sicher in New Mexico gelandet

Nach dem gescheiterten Testflug zur Internationalen Raumstation ISS ist die Boeing-Raumkapsel „Starliner“ am Sonntag sicher zur Erde zurückgekehrt. Die Landung im US-Bundesstaat New Mexiko erfolgte wie geplant um 13.58 Uhr MEZ, wie die Raumfahrtbehörde NASA und das Luftfahrtunternehmen Boeing mitteilten.

Nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Pazifischen Ozean wurde das unbemannte Raumschiff, das am Sonntag eigentlich an der ISS hätte andocken sollen, von drei riesigen Fallschirmen abgebremst, um dann um 7.58 Uhr Ortszeit auf sechs Luftkissen auf der Testanlage White Sands zu landen. „Touchdown #Starliner!“, twitterte NASA-Chef Jim Bridenstein.

Eine „Atlas V“-Rakete mit dem von Boeing entwickelten „Starliner“ an Bord war am Freitag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. Kurz nach dem Start teilten Boeing und die NASA jedoch mit, die Raumkapsel habe nicht den richtigen Kurs zur ISS eingeschlagen und könne den Außenposten der Menschheit im All daher nicht erreichen.

„Anomalie“ an Borduhr ließ Mission scheitern
Nach NASA-Angaben führte eine „Anomalie“ an der Borduhr von „Starliner“ zu dem Problem. Weil die Bordinformatik suggeriert habe, dass der Flug bereits in einem späteren Stadium sei, als tatsächlich der Fall war, habe die Kapsel mehr Treibstoff verbraucht als geplant.

Gescheiterter Test Rückschlag für die NASA
Boeing hatte die Raumkapsel für bemannte Raummissionen der NASA entwickelt. An Bord des „Starliner“ war bei dem Testflug aber nur ein Dummy, also eine mit Sensoren versehene Puppe, mit der die Flugbedingungen für echte Menschen getestet werden. Der gescheiterte Test ist ein Rückschlag für die Bemühungen der USA, bei bemannten Raumfahrtmissionen von russischen „Sojus“-Kapseln unabhängig zu werden.

Die NASA hatte im Jahr 2011 ihr eigenes Spaceshuttle-Programm nach drei Jahrzehnten eingestellt. Später wurde ein Strategiewechsel eingeleitet: Statt selbst neue Raumtransporter zu entwickeln, wurde beschlossen, private Unternehmen dafür anzuheuern. Boeing wie auch sein Konkurrent SpaceX erhielten in der Folge Milliardenbeträge, um bemannte Kapseln zu entwickeln.

SpaceX hatte im März mit seiner Raumfähre „Crew Dragon“ (Bild oben) einen erfolgreichen Testflug zur ISS absolviert. An Bord war damals ebenfalls ein Dummy.

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