„43 m sind lächerlich“

Heumarkt: „Ersatzturm“ ebenfalls über UNESCO-Limit

Wien
20.12.2019 15:00

Jahrelang wurde gestritten, am Freitag - vier Tage vor Weihnachten - dann der überraschende Kompromiss: Das geplante 66-Meter-Hochhaus am Wiener Heumarkt kommt in dieser Form nicht. Damit seien die Bedingungen für den Fortbestand des Weltkulturerbe-Status der Wiener Innenstadt gegeben, hieß es vonseiten des rot-grünen „Heumarkt-Beauftragten“ Ernst Woller. Doch auch das „Ersatzprojekt“ dürfte für Diskussionen sorgen: Das neue Hotel Intercontinental soll - nach dem Wegfall des Turms - nun höher als geplant gebaut werden und das UNESCO-Limit erst recht überschreiten.

„43 Meter sind lächerlich“, befand Landtagspräsident Woller (SPÖ) bezogen auf jene Höhe, die die UNESCO immer wieder als Obergrenze ausgegeben hatte. Schon jetzt rage das Gebäude wegen zahlreicher Aufbauten bis in eine Höhe von 48 Metern empor. Woller verwies in einem Hintergrundgespräch darauf, dass im Bericht zur „Advisory Mission“ der UNESCO keine Höhengrenze genannt wurde. Das Welterbekomitee habe sich diesbezüglich nie festgelegt.

„Heumarkt-Beauftragter“ Ernst Woller (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
„Heumarkt-Beauftragter“ Ernst Woller

„Wenn sie sagen 43 Meter, dann kriegen sie den Turm“
Die 43 Meter seien lediglich von der österreichischen UNESCO-Kommission genannt worden. Bei dieser handle es sich um ein Beratungsgremium für die Welterbestätten. Woller glaubt nach eigenen Angaben nicht, dass das Komitee, das letztendlich entscheidet, auf dieser Höhe bestehen wird. Das Alternativprojekt werde sonst nämlich nicht kommen, vermutete er: „Wenn sie sagen 43 Meter, dann kriegen sie den Turm.“

So hätte das Areal nach den zuletzt ventilierten Plänen aussehen sollen. (Bild: Isay Weinfeld und Sebastian Murr)
So hätte das Areal nach den zuletzt ventilierten Plänen aussehen sollen.

Zumindest laut der nun angedachten Lösung ist das mehr als 66 Meter hohe Wohngebäude allerdings nicht mehr vorgesehen. Wie hoch das Intercontinental - das abgerissen und neu gebaut wird - letztendlich wird, ist offen. Der Projektbetreiber Wertinvest möchte spätestens im Herbst 2020 Klarheit haben. Woller hofft wiederum, dass die UNESCO innerhalb des nächsten halben Jahres grünes Licht gibt: „Das ist mein absoluter Wunsch.“ Gleichzeitig stellte er klar: „Wir stehen am Anfang des Prozesses.“

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