10.12.2019 12:23 |

Debatte um Sicherheit

Vulkan-Katastrophe: Bangen um 27 Schwerstverletzte

Nach dem verheerenden Vulkanausbruch in Neuseeland mit mindestens fünf Toten hat die Polizei Ermittlungen zum Hergang der Katastrophe eingeleitet. Dabei geht es auch um die Frage, ob Todesfälle und Verletzungen vermieden werden hätten können. Mindestens acht Menschen werden weiter auf der Vulkaninsel White Island vermisst, es gibt praktisch keine Hoffnung mehr, dass sie noch am Leben sind. 31 Menschen liegen mit teils schweren Verbrennungen in Krankenhäusern, mehr als 20 sind in kritischem Zustand.

Der Vulkan auf White Island - rund 50 Kilometer vor der Küste von Neuseelands Nordinsel - ist der aktivste Vulkan des Landes. Trotz verstärkter Aktivität war er auch in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel von Ausflugsbooten. Pro Jahr wird die Insel von etwa 10.000 Menschen besucht.

47 Menschen waren auf der Insel
Zur Zeit des Vulkanausbruchs haben sich laut Polizeiangaben 47 Menschen auf White Island aufgehalten: 24 Australier, neun US-Amerikaner, fünf Neuseeländer, vier Deutsche, jeweils zwei Briten und Chinesen und ein Malaysier. Die meisten von ihnen waren mit dem Kreuzfahrtschiff Ovation of the Seas unterwegs. Der Ausflug zur Vulkaninsel gehörte zu einer Tagestour.

Überlebenskampf mit schwersten Verbrennungen
31 Menschen wurden laut Angaben vom Dienstag durch den Vulkanausbruch verletzt, 27 von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen von mehr als 70 Prozent ihrer Körperoberfläche. Sie werden in auf Verbrennungen spezialisierten Krankenhäusern intensivmedizinisch versorgt, voraussichtlich werden nicht alle ihre schweren Verletzungen überleben, gab die Regierung bekannt.

Zu Kritik an den Rettungsarbeiten sagte ein Polizeisprecher: „Wir glauben absolut, dass jeder, der am Montag von der Insel gebracht werden konnte, auch gerettet wurde.“

50 Prozent Wahrscheinlichkeit für neuen Ausbruch
Unmittelbar durch den Vulkanausbruch kamen fünf Menschen ums Leben, unter ihnen laut Medienberichten auch zwei ausgebildete Führer, die die Gruppe am Montag auf die Insel begleitet hatten. Die Polizei geht nicht davon aus, noch Überlebende auf der Insel zu finden. Aus Sorge vor weiteren Eruptionen hielten sich die Rettungskräfte auch am Tag nach dem Ausbruch von White Island fern. Das geologische Überwachungszentrum GeoNet bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Ausbruchs auf 50 Prozent.

Tourveranstalter: „Es gab keine Warnung“
Inzwischen ist eine Debatte darüber entbrannt, ob die Katastrophe verhindert werden hätte können. Der Chef des Tourveranstalters White Island Tours, Paul Quinn, sagte, es habe keine Warnung gegeben, die Insel nicht mehr zu besuchen. Regierungschefin Jacinda Ardern sagte: „Wir wissen, dass es größere Fragen geben wird. Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden.“

Erdbeben erschüttert Teile der Nordinsel
Einen Tag nach der Vulkan-Katastrophe wurde die Ostküste Neuseelands am Dienstag von einem Erdbeben der Stärke 5,3 erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben von GeoNet nahe der Stadt Gisborne auf der Nordinsel. Das Beben konnte den Angaben zufolge auch im 180 Kilometer weiter südlich gelegenen Whakatane gespürt werden. Diese Stadt ist nur 50 Kilometer von White Island entfernt. Laut GeoNet habe das Erdbeben aber nicht mit dem Vulkanausbruch zu tun.

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