22.11.2019 11:34 |

Für Drogen-Scheinkauf

Ibiza-Söldner wollte 15.000 € Prämie von Polizei

Frechheit siegt, dachte sich offenbar einer der Sicherheits-Söldner hinter dem Ibiza-Video: Für einen Scheinkauf von 19 Kilogramm Heroin forderte der einstige serbische V-Mann, also Polizei-Informant, vom Bundeskriminalamt 15.000 Euro Belohnung. Sein Rechtsanwalt drohte per Schreiben sogar mit einer Klage.

Der 52-Jährige mit Geheimdiensterfahrung auf dem Balkan ist auch einer jener Verdächtigen, die bei der jüngsten Razziawelle in Salzburg festgenommen wurden. Über ihn, seinen früheren Kollegen mit bosnischen Wurzeln in einer auf Industriespionage spezialisierten Firma, in der auch der Dolmetscher der „Oligarchennichte“ im Video auftrat, sowie die Ex-Freundin dieses Detektivs wird wohl am Freitag im Wiener Landesgericht die U-Haft verhängt. Es geht um Verdunkelungs- und Tatbegehungs- bzw. Fluchtgefahr.

Rechtsanwalt drohte per Schreiben sogar mit Klage
Wie die Internet-Aufdeckerplattform „eu-infothek“ jetzt enthüllt, verlangte der vorbestrafte Serbe zwei Monate nach dem Platzen des Polit-Skandals (!) via E-Mail 15.000 Euro Belohnung vom Bundeskriminalamt für einen eingefädelten Drogen-Scheinkauf. Andernfalls, so drohte sein Anwalt, würde eine Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingehen!

Die Behörde lehnte natürlich ab, weil zu diesem Zeitpunkt die mögliche Verwicklung in die Falle für Heinz-Christian Strache auf der Partyinsel schon bekannt war.

Mit der Staatsaffäre bzw. sieben Minuten zusammengeschnittener Videosequenz sind neben der Soko Ibiza zwei Staatsanwaltschaften beschäftigt: Die Justiz in Wien ermittelt gegen die Hintermänner und die Korruptionsjäger zu den hochbrisanten Sagern des gestürzten FPÖ-Chefs.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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