14.11.2019 07:14 |

Antibiotikaresistenzen

Pro Jahr 35.000 Tote durch Superkeime in den USA

Die Zahlen sind alarmierend - und liegen fast doppelt so hoch, wie bisher vermutet: Alleine In den USA sterben jährlich etwa 35.000 Menschen durch antibiotikaresistente Keime, sogenannte Superkeime. Insgesamt gebe es 2,8 Millionen Infektionen durch Erreger, die selbst mit modernsten Antibiotika nicht abgetötet werden können, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit.

Dabei sei allein das gefährlichste Darmbakterium, Clostridium difficile, für 12.800 Todesopfer verantwortlich. Der Erreger kommt häufig in Kliniken vor, weil dort besonders oft Breitband-Antibiotika angewendet werden, die das Immunsystem des Darms beeinträchtigen. Dann kann sich das an sich harmlose Bakterium ungehemmt vermehren und Gifte ausscheiden, die zu einer schweren Durchfallerkrankung mit tödlichem Ausgang führen.

Spitäler häufig Hort für resistente Erreger
„Einige Wundermittel sorgen nicht mehr länger für Wunder“, heißt es in dem Bericht. Während die Zahl der Todesfälle in Krankenhäusern - ein Hort für resistente Erreger - zurückgegangen sei, hätten die Fälle außerhalb von Kliniken zugenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte im Juni vor einer weltweit ansteigenden Antibiotikaresistenz gewarnt. Diese drohe, 100 Jahre medizinischen Fortschritts zunichte zu machen. Von Antibiotikaresistenz sprechen Ärzte, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heißt, wenn die krankmachenden Keime durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden.

Resistenzen können sich entwickeln, wenn bei einem Antibiotikaeinsatz einige Erreger überleben. Sie könnten dann allen Antibiotika widerstehen, die einstmals gegen sie wirkten. Für Patienten, die von ihnen befallen sind, gibt es dann oft kaum Heilungschancen.

Zurückhaltung bei Verschreibungen gefordert
Als Konsequenz aus der bedrohlichen Entwicklung fordert die CDC neben der Erforschung neuer Antibiotika von den Kliniken größere Wachsamkeit, die genaue Beobachtung der Verbreitung der resistenten Bakterien und eine größere Zurückhaltung bei der Verschreibung von Antibiotika.

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