08.11.2019 19:52 |

Gelder unterschlagen

Flüchtiger Russland-Millionär in Wien gefasst

Aufsehenerregender Polizeischlag: Ein flüchtiger Ex-Abteilungsleiter im russischen Kulturministerium ist am Mittwoch in Wien vorübergehend verhaftet worden. Gleichzeitig klickten für seine Ex-Frau und seinen Sohn in Spanien die Handschellen. Vorwurf: Veruntreuung und Geldwäsche von mehr als zehn Millionen Euro an Steuergeldern.

Als Leiter der Abteilung für Vermögensverwaltung und Anlagepolitik war Boris M. jahrelang der Herr der Finanzen im russischen Kulturministerium. Gekümmert hat er sich aber offenbar vorrangig um seine eigene Geldbörse. Denn laut russischer Justiz soll der ehemalige Spitzenbeamte (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) im Zuge seiner Funktion umgerechnet rund zehn Millionen Euro unterschlagen haben. Steuergelder, die für Restaurierungsprojekte von Kulturgütern und Denkmälern vorgesehen waren.

Vor Haftantritt untergetaucht
Boris M.s Machenschaften flogen schlussendlich auf - und er wurde auch bereits in zwei Fällen von Korruption und Veruntreuung in seiner Heimat verurteilt. Auf Gefängnis hatte der Ex-Regierungsbeamte aber keine Lust. Und so tauchte er noch rechtzeitig vor dem Haftantritt unter.

Doch nun klickten für den weltweit gesuchten Verdächtigen nach umfangreichen Ermittlungen auf österreichischem Boden die Handschellen - am Mittwoch im Zuge einer internationalen Kommando-Aktion. Denn während dessen mutmaßliche Komplizen (seine Ex-Frau, sein Sohn und ein spanischer Immobilien-Anwalt) im familiären Fluchtdomizil auf Marbella verhaftet wurden, ging der Hauptverdächtige unseren heimischen Fahndern in Wien ins Netz.

„Mein Mandant, den ich seit 2016 betreue, wurde mittlerweile bereits ebenso enthaftet wie seine Angehörigen in Spanien. Gegen ihn läuft offenbar eine Verfolgung aus politischen Gründen“, so sein Anwalt Michael Vallender.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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