05.11.2019 11:42 |

Inseln am Limit

Athen bringt Migranten aufs Festland

Die griechische Regierung hat am Dienstag 155 Migranten aufs Festland bringen lassen, um die überfüllten Flüchtlingslager auf den Inseln im Osten der Ägäis zu entlasten, wie das Staatsfernsehen berichtete. In den vergangenen drei Tagen hatte Athen bereits mehr als 1000 Migranten zum Festland gebracht.

Parallel dazu hatten in den vergangenen vier Tagen allerdings mehr als 1000 Migranten aus der Türkei zu diesen Inseln übergesetzt. Athen will nach Regierungsangaben bis zum Ende des Jahres mehr als 20.000 Migranten aufs Festland holen und sie in allen Landesteilen in Wohnungen und verlassenen Kasernen der Armee unterbringen.

Lager extrem überbelegt
Nach jüngsten Angaben des Bürgerschutzministeriums in Athen leben in und um diese Lager - die Platz für nur 7500 Menschen haben - 35.600 Migranten unter unwürdigen Bedingungen unter Planen und in selbst gebauten Hütten. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016. 36 Prozent davon sind nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) Minderjährige. Im April war die Zahl der auf den Inseln lebenden Migranten noch auf 14.000 zurückgegangen.

Illegale zurück in die Türkei schicken?
Der Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei sieht vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt jedoch wegen Personalmangels auf den griechischen Inseln nur mühsam voran.

Athen hatte vergangene Woche das Asylrechtsverfahren gesetzlich geändert. Ziel sei, das Asylverfahren binnen höchstens sechs Monaten zu vollenden.

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