28.10.2019 16:04 |

Hohe Wellen geschlagen

US-Schülerin wegen Hijab von Lauf disqualifiziert

Eine 16-jährige Schulsportlerin ist bei einem Lauf in den USA disqualifiziert worden - weil das Kopftuch, das die gläubige Muslimin bei dem Wettkampf trug, nicht mit den Uniform-Regeln vereinbar sei, so die Kampfrichter. Der Fall schlug medial hohe Wellen. Erst nach Protesten gab es für die enttäuschte Noor Alexandria Abukaram ein Happy End.

Die Laufuniform der Sportler wird vor einem Wettkampf kontrolliert. So war das auch letzte Woche der Fall, als die 16-jährige Sportlerin darum kämpfte, sich für die Landesmeisterschaften zu qualifizieren. Die Kampfrichter beanstandeten das Outfit einer Kollegin, weil die gestreifte Hose nicht den Regeln entsprach. Das Mädchen musste diese wechseln und durfte mitlaufen.

Schülerin fand ihren Namen nach Lauf nicht auf Rangliste
Nachdem das Rennen absolviert war, freute sich die Muslimin über ihr gutes Ergebnis - und wollte die genaue Zeit auf der Rangliste nachsehen. Doch sie fand ihren Namen nicht. Ihre Trainer teilten ihr schließlich mit, dass sie wegen ihres Hijabs disqualifiziert worden sei - das hätten die Kampfrichter bereits entschieden, als das Mädchen an den Start ging, aber ihr keine Gelegenheit zur Rechtfertigung gegeben. „Das war mir peinlich. Ich nahm an diesem Rennen teil, wurde disqualifiziert - und jeder wusste es außer mir.“

Trainer hätte Erklärung bei Sportvereinigung abgeben müssen
Abukaram hatte davor schon an Dutzenden Wettkämpfen und Fußballmatches mit Kopftuch teilgenommen. Doch Aufregung deswegen gab es nie. Ihr Trainer entschuldigte sich nach der Disqualifizierung bei ihr: Er hätte eine Erklärung abgeben müssen, damit die muslimische Schülerin von den Uniform-Regeln abweichen darf. Doch das sieht der Teenager nicht ein: „Sie haben ja nichts Besonderes vorbereiten müssen, ich habe keine Behinderung, ich laufe einfach wie jede andere.“ Sie gebe deswegen nicht dem Trainer die Schuld, sondern fragt sich vielmehr, warum es überhaupt nötig sei, ein Formular wegen eines Kopftuchs auszufüllen.

Kann beim Regionalwettbewerb nun teilnehmen
Nach der Disqualifikation berichteten namhafte Medien wie die „Washington Post“ oder „New York Times“ über den Vorfall. Letztere Zeitung forderte eine Stellungnahme von der Schulsportvereinigung ein. Diese bestätigte, dass man eine Erklärung abgeben müsse, damit das Regelwerk aus religiösen Gründen angepasst werde. „Nach dem Rennen kommunizierte die Vereinigung mit der Schule, die dann einen Antrag stellte. Dieser wurde sofort genehmigt, sodass die Schülerin an diesem Wochenende beim Regionalwettbewerb teilnehmen kann.“ Nun werde angedacht, die Uniform-Regeln so anzupassen, dass künftig keine Erklärung mehr notwendig sei.

Ein glückliches Ende für die 16-jährige Abukaram, vor allem, weil sie bei den Meisterschaften, die vergangenes Wochenende stattfanden, schließlich sogar ihre persönliche Bestleistung lief.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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