27.10.2019 17:58 |

Triumph in Stadthalle

SIEG! Dominic Thiem krönt sich zum König von Wien

Er ist Jahre lang guten Ergebnissen bei den Heimturnieren in Kitzbühel und Wien nachgelaufen - aber nun hat Dominic Thiem beide ATP-Events im gleichen Jahr gewonnen. Er schrieb am Sonntag ein Stück österreichische Tennis-Geschichte. Der 26-jährige Weltranglisten-Fünfte ist damit der erste Österreicher, dem dieses Double gelungen ist. Thiem besiegte Diego Schwartzman nach 2:25 Stunden mit 3:6 ,6:4, 6:3.

Mit den umgerechnet 526.799 US-Dollar schraubte Thiem auch sein Karriere-Preisgeld auf mehr als 20 Millionen US-Dollar. „Ich kann es gar nicht fassen im Moment. Es ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, freute sich Thiem vor neuerlich ausverkaufter Halle noch auf dem Platz. „Ich bin seit 20 Jahren in der Halle, zuerst als Zuschauer, dann mit 17 in der Quali gespielt, dann gegen Tom (Muster) 2011 und gegen Tsonga 2013 - jetzt da das Turnier zu gewinnen ist echt ein absoluter Traum.“ Thiem ist nun auch der einzige Spieler auf der ATP-Tour, der 2019 schon fünf Titel gewonnen hat. Zuvor hatte er in Indian Wells, Barcelona, Kitzbühel und Peking den Siegerscheck geholt. Es ist der 16. ATP-Titel für den Weltranglisten-Fünften, der 500 ATP-Punkte und ein Preisgeld in Höhe von 474.295 Euro brutto wert ist. Schwartzman durfte sich mit 283.205 Euro und 300 Zählern trösten. Vor Thiem hatten Horst Skoff (1988) und Jürgen Melzer (2009, 2010) in Wien gewonnen. Der große Thomas Muster hatte zwar in Kitzbühel (1993) triumphiert, war in Wien aber dreimal im Endspiel (1988, 1993, 1995) gescheitert.

Wie schon im Achtelfinale und im Semifinale musste Thiem den 1. Satz abgeben, doch dem Lokalmatador gelang neuerlich der Turnaround. Schwartzman schaffte gleich im Auftakt-Spiel das 1. Break, das Thiem zwar postwendend zu Null zurückholte, der im ersten Durchgang nahezu fehlerlos agierende Argentinier nahm dem favorisierten Österreicher aber zum 3:2 erneut das Service ab - und nach 42 Minuten sogar ein drittes Mal zum 6:3. Auch Thiems Vater Wolfgang war zu diesem Zeitpunkt „überrascht wie fehlerlos Schwartzman spielt.“ Zudem müsse sein Sohn versuchen, für den Gegner weniger durchsichtig zu spielen. Doch im 2. Satz sah es zunächst lange so aus, als würde Thiem kein Mittel gegen den quirligen und sehr konstanten Südamerikaner finden. Fast buchstäblich im letzten Moment gelang Thiem aber das 1. Break des 2. Durchgangs zum 5:4. Unter dem Jubel der Fans in der neuerlich ausverkauften Stadthalle servierte Thiem zum 1:1 in Sätzen aus.

Und Thiem gelang es, das Momentum in die Entscheidung mitzunehmen. Mit der 3. Chance holte der Lichtenwörther gleich im Auftakt-Game das Break. Thiem ging in der Folge mit 3:1 in Führung. Schwartzman blieb zwar immer dran, aber ein Break ließ Thiem nicht mehr zu. Nach dem 2. Matchball ließ sich Thiem auf den Rücken fallen. „Ich habe nie geglaubt, dass die Stimmung hier besser werden kann. Es war die ganze Woche über jeden Tag absolut surreal“, meinte Thiem zum Publikum. „Ihr habt diese Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht und ich möchte mich ganz herzlich bei euch bedanken. 1000 Dank an jeden Einzelnen von euch!“ Thiem bedankte sich auch bei seinem Team, das bei Heimturnieren freilich vollzähliger vertreten ist. „Jedes Mal ein Wahnsinn in der Heimat zu gewinnen, weil so viel mehr wichtige Leute noch mit mir dabei sind, als wenn es irgendwo in der Weltgeschichte passiert“, freute sich Thiem, der sich besonders bei seinem chilenischen Coach Nicolas Massu bedankte. „Du hast mich zum Titel in Kitzbühel geführt und jetzt hier. Ich freue mich auf alles, was noch kommt“, sagte Thiem, der für 2020 die Zusammenarbeit mit Massu schon verlängert hat.

Steckbrief von Dominic Thiem

Geboren: 3. September 1993 in Wiener Neustadt (NÖ)

Wohnort: 
Lichtenwörth bzw. Hinterbrühl (NÖ)

Größe/Gewicht: 
1,85 m/79 kg

Schlagtechnik: 
Rechtshänder, einhändige Rückhand

Profi: 
seit 2011

Trainer: 
Nicolas Massu (CHI)

Bisher beste WRL-Platzierung: 
4.
Größte Erfolge:
ATP-Titel (16): 2015 Nizza, Umag, Gstaad (alle Sand) - 2016 Buenos Aires (Sand), Acapulco (Hartplatz), Nizza (Sand), Stuttgart (Rasen) - 2017 Rio de Janeiro (Sand) - 2018 Buenos Aires, Lyon (beide Sand), St. Petersburg (Hartplatz/Indoor) - 2019 Indian Wells (1. ATP-Masters-1000-Triumph/Hartplatz), Barcelona (ATP-500/Sand), Kitzbühel (Sand), Peking (Hartplatz), Wien (Hartplatz)
ATP-Finale (7): 2014 Kitzbühel (Sand) - 2016 München (Sand), Metz (Hartplatz/Indoor) - 2017 Barcelona, Madrid (beide Sand) - 2018 Madrid, French Open (beide Sand)
Grand Slam: Finale French Open 2018 und 2019, Halbfinale French Open 2016 und 2017, Viertelfinale US Open 2018, Achtelfinale Australian Open 2017 und 2018, Wimbledon 2017 sowie US Open 2014, 2016 und 2017
2016, 2017 und 2018 für die ATP Finals in London qualifiziert
Junioren-Finale: French Open 2011

Besonderheiten:

bisher einziger Österreicher mit ATP-Titel auf Rasen
seit 6. Juni 2016 immer in den Top Ten der Weltrangliste

Alle Wien-Finale seit dem Jahr 2000:
2000 - Tim Henman (GBR) - Tommy Haas (GER) 6:4, 6:4, 6:4
2001 - Tommy Haas (GER) - Guillermo Canas (ARG) 6:2, 7:6, 6:4
2002 - Roger Federer (SUI ) - Jiri Novak (CZE) 6:4, 6:1, 3:6, 6:4
2003 - Roger Federer (SUI) - Carlos Moya (ESP) 6:3, 6:3, 6:3
2004 - Feliciano Lopez (ESP)- Guillermo Canas (ARG) 6:4, 1:6, 7:5, 3:6, 7:5
2005 - Ivan Ljubicic (CRO) - Juan Carlos Ferrero (ESP) 6:2, 6:4, 7:6
2006 - Ivan Ljubicic (CRO) - Fernando Gonzalez (CHI) 6:3, 6:4, 7:5
2007 - Novak Djokovic (SRB) - Stanislas Wawrinka (SUI) 6:4, 6:0
2008 - Philipp Petzschner (GER) - Gael Monfils (FRA) 6:4, 6:4
2009 - Jürgen MELZER (AUT) - Marin Cilic (CRO) 6:4, 6:3
2010 - Jürgen MELZER (AUT) - Andreas HAIDER-MAURER (AUT) 6:7(10), 7:6(4), 6:4
2011 - Jo-Wilfried Tsonga (FRA) - Juan Martin del Potro (ARG) 6:7(5), 6:3, 6:4
2012 - Juan Martin Del Potro (ARG) - Grega Zemlja (SLO) 7:5, 6:3
2013 - Tommy Haas (GER) - Robin Haase (NED) 6:3, 4:6, 6:4
2014 - Andy Murray (GBR) - David Ferrer (ESP) 5:7, 6:2, 7:5
2015 - David Ferrer (ESP) - Steve Johnson (USA) 4:6, 6:4, 7:5
2016 - Andy Murray (GBR) - Jo-Wilfried Tsonga (FRA) 6:3, 7:6(6)
2017 - Lucas Pouille (FRA) - Jo-Wilfried Tsonga (FRA) 6:1, 6:4
2018 - Kevin Anderson (RSA) - Kei Nishikori (JPN) 6:3, 7:6(3)
2019 - Dominic THIEM (AUT) - Diego Schwartzman (ARG) 3:6, 6:4, 6:3

Federer holte zum 10.Mal Titel bei Swiss Indoors
Lokalmatador Roger Federer eroberte indes am Sonntag zum zehnten Mal den Titel bei den Swiss Indoors in Basel. In seinem 15. Endspiel im Tennisturnier in seiner Heimat setzte sich der 38-Jährige gegen den 18 Jahre jüngeren Australier Alex de Minaur (ATP-28.) in 67 Minuten 6:2,6:2 durch. Es war der 103. Titel für den Weltranglisten-Dritten. Mit dem fünften Triumph in Folge (2016 fehlte er wegen einer Verletzung) baute Federer seine Siegesserie in Basel auf 24 Erfolge aus. Seine bisher letzte Niederlage erlitt er im Finale 2013.

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Donnerstag, 04. Juni 2020
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