24.10.2019 10:51 |

Kanzlerin im Visier?

Berlin-Attentäter: Selfie vor Merkels Wohnhaus

Anis Amri, der 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Blutbad angerichtet hatte, indem er mit einem gestohlenen Lkw in eine Menschenmenge raste, hat im Vorfeld des Anschlags das Wohnhaus der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Berlin fotografiert. Wie es aus dem Amri-U-Ausschuss im Deutschen Bundestag am Donnerstag hieß, ist auf dem Handy des Attentäters ein Selfie vor Merkels Wohnsitz in Berlin-Mitte entdeckt worden.

Demnach existieren auch weitere Fotos aus der Umgebung der Museumsinsel, wo Merkel ihre Privatwohnung hat. Das ARD-Politikmagazin „Kontraste“ hatte zuerst über die Fotos berichtet. Es zitierte eine Einschätzung des Bundeskriminalamts, wonach diese Fotos dazu gedient haben könnten, mögliche Anschlagsziele auszukundschaften.

Merkels Wohnhaus „weit im Hintergrund“
Dies wurde im Untersuchungsausschuss allerdings in Zweifel gezogen. Die gefundenen Fotos seien „ohne erkennbare Ausspähungsabsicht“, hieß es im Umfeld des Ausschusses. Das Wohnhaus von Merkel sei auf dem betreffenden Foto lediglich „weit im Hintergrund zu sehen“.

Fotos entstanden wenige Wochen vor dem Anschlag
Die Fotos entstanden laut dem ARD-Bericht am 23. Oktober 2016, knapp sieben Wochen vor dem Weihnachtsmark-Attentat. Die Ermittler kamen in ihrem Auswertungsvermerk ein halbes Jahr später zu dem Schluss, dass Amri, der nach dem Anschlag auf seiner Flucht in Italien erschossen wurde, den Bereich um den Berliner Dom zu diesem Zeitpunkt „als potenzielles Anschlagsziel in Betracht gezogen haben könnte“.

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