21.10.2019 16:51 |

Ungleiche Verteilung

4,4 Prozent der Österreicher sind Millionäre

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat am Montag ihren Vermögensbericht (Global Wealth Report) veröffentlicht. Was Österreich betrifft, hat hierzulande jeder Erwachsene im Schnitt 274.919 Dollar (rund 245.800 Euro) an Vermögen zur Verfügung. Der Reichtum ist jedoch ungleich verteilt, wie die genaueren Zahlen zeigen.

Der Median-Wert des Vermögens liegt laut der Studie, in der traditionell alle Beträge in US-Dollar angeführt sind, bei 94.070 Dollar. Das heißt, die Hälfte der Österreicher hat weniger, die andere Hälfte hat mehr Vermögen zur Verfügung. Dies schließt auch Immobilienvermögen ein.

313.000 Personen in Österreich verfügen über ein Vermögen von mindestens einer Million Dollar, geht aus der Studie hervor. Das sind 4,4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von 7,092 Millionen Menschen. Dass dieser Wert in der Vorjahresstudie nur bei 229.000 Millionären lag, erklärt die Credit Suisse so, dass die Angaben in der Studie manchmal durch neu erhaltene Daten revidiert werden.

Hälfte der Erwachsenen hat ein Vermögen unter 100.000 Dollar
Aufgegliedert in verschiedene Vermögensklassen haben 22,9 Prozent der erwachsenen Österreicher ein Vermögen unter 10.000 Dollar, 28,3 Prozent verfügen über ein Vermögen zwischen 10.000 und 100.000 Dollar sowie 44,5 Prozent über ein Vermögen zwischen 100.000 Dollar und einer Million. Nur 4,4 Prozent oder rund 313.000 Personen verfügen über eine Million Dollar oder mehr.

Der Gini-Koeffizient, ein Maß für die Ungleichverteilung, liegt in Österreich bei 0,74 Punkten. Zum Verständnis: Bei einer völlig gleichmäßigen Verteilung beträgt der Gini-Koeffizient 0. Wenn nur eine Person alles Vermögen hält, beträgt der Gini-Koeffizient 1. Je näher die Kennzahl bei 1 liegt, desto ungleicher verteilt ist also das Vermögen in einem Staat.

Ungleichmäßige Vermögensverteilung: Russland vor USA
Deutschland weist mit 0,82 Gini-Koeffizient eine noch ungleichere Vermögensverteilung als Österreich auf, in Frankreich mit 0,70 sind die Vermögen hingegen etwas gleichmäßiger verteilt als in Österreich. Die mit einem Gini-Koeffizienten von 0,85 sehr ungleichmäßige Vermögensverteilung in den USA wird mit 0,88 in Russland noch übertroffen.

Insgesamt haben laut der Studie weltweit seit dem Vorjahr die Vermögen um 2,6 Prozent auf 360 Billionen US-Dollar zugenommen. Sie sind allerdings sehr ungleich verteilt: 114,6 Billionen Dollar gibt es allein in Nordamerika. Europa folgt an zweiter Stelle, hier gibt es 90,8 Billionen Dollar Vermögen. In China beläuft es sich auf 63,8 Billionen Dollar. Deutlich weniger Vermögen gibt es in Indien mit 12,6 Billionen Dollar. Ärmster Kontinent ist Afrika mit nur 4,1 Billionen Dollar Vermögen.

Fast ein Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung hatte 2019 mindestens eine Million Dollar Vermögen - damit hält er 44 Prozent des Gesamtvermögens weltweit.

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