17.10.2019 18:42 |

Komet „Borisov“

Teleskop „Hubble“ macht bisher schärfste Aufnahme

Ein für Astronomen in aller Welt spannender Gast durchfliegt derzeit unser Sonnensystem: „2I/Borisov“ (auch C/2019 Q4 genannt) ist nach „Oumuamua“ erst der zweite interstellare Komet in unserem Sonnensystem, von dem die Menschheit weiß. Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat kürzlich das bis dato schärfste Foto des Himmelskörpers gemacht.

Das am 12. Oktober entstandene „Hubble“-Bild macht dabei die Anhäufung von Staub um den Kometenkern sichtbar. Letzterer sei aber selbst zu klein, als dass „Hubble“ ihn ablichten könne, hieß es in einer Mitteilung der US-Raumfahrtbehörde NASA und ihres europäischen Pendants ESA. Seine Geschwindigkeit und Flugbahn lassen darauf schließen, dass der Komet von außerhalb des Sonnensystems stammt. Seine genaue Herkunft und sein Alter sind unklar.

Stellarer Gast wurde am 30. August entdeckt
Entdeckt hatte den Himmelskörper ein Hobbyastronom auf der Krim am 30. August dieses Jahres. Gennadi Borissow spürte ihn mit einem selbstgebauten Teleskop von 65 Zentimetern Durchmesser am MARGO-Observatorium auf.

Vor zwei Jahren sorgte ein erster interstellarer Komet unter Astronomen für Aufregung: „Oumuamua“ (Bild unten). Allerdings wurde dieser erst entdeckt, als er das Sonnensystem schon wieder verließ. Es blieb nicht viel Zeit für Analysen. Anders bei 2I/Borisov: Da dieser bereits im Anflug entdeckt wurde, können Forscher ihn noch mehrere Monate untersuchen und damit Einblicke in ein fernes Sonnensystem gewinnen.

Ein interstellarer Besucher pro Jahr
Astronomen schätzen, dass etwa einmal pro Jahr ein interstellarer Besucher durch unser inneres Sonnensystem hindurchfliegt. Weil solche Objekte aber sehr lichtschwach sind, konnten sie bisher nicht beobachtet werden. Erst seit Kurzem sind laut ESO irdische Durchmusterungsteleskope leistungsfähig genug, um überhaupt eine Chance auf die Entdeckung solcher Himmelskörper zu bieten.

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