04.10.2019 06:58 |

Starke Grüne

Auch bei Direktmandaten Niederlage für SPÖ und FPÖ

Eine heftige Niederlage setzte es für SPÖ und FPÖ auch bei den Direktmandaten aus den 39 Regionalwahlkreisen. Die kräftig gewachsene ÖVP bekam zehn Direktmandate dazu, die Grünen holten sich mit ihrem Rekordergebnis mehr als je zuvor - während die Wahlverlierer SPÖ und FPÖ einen großen Teil ihrer Nationalratssitze auf der untersten Ebene einbüßten. Damit wird der neue Nationalrat zu deutlich weniger als der Hälfte - 79 von 183 - mit Wahlkreis-Abgeordneten besetzt sein. 2017, als SPÖ und FPÖ noch deutlich stärker waren, war es weit mehr als die Hälfte (99 der 183). Über die Landeslisten kommen heuer 77, über die Bundeslisten 27 Abgeordnete.

Die 183 Nationalratsmandate werden in den 39 Regionalwahlkreisen, in den neun Ländern und schließlich - mit nochmaliger Durchrechnung zum Ausgleich - im Bund vergeben. Die unterste Ebene der Regionalwahlkreise ist die „teuerste“ - sind in diesen kleineren Einheiten doch ebenso viel Stimmen für ein Mandat nötig wie im ganzen Bundesland. Denn die „Wahlzahl“ (also für ein Mandat nötigen Stimmen) wird für jedes Land berechnet und gilt für alle dortigen Wahlkreise. Am „billigsten“ waren die Nationalratssitze heuer in Vorarlberg: Dort gab es einen um 23.055 Stimmen. Am „teuersten“ war Niederösterreich mit der Wahlzahl 27.765. Bundesmandate kosteten heuer 24.925 Stimmen.

Mit ihren massiven Zugewinnen konnte die ÖVP die Zahl ihrer Direktmandate stark vergrößeren: Sie bekam um zehn mehr - so z.B. drei in Kärnten, wo sie 2017 kein einziges geholt hatte. Insgesamt wurden 48 der künftig 71 ÖVP-Abgeordneten direkt im Wahlkreis gewählt. Auf Landesebene gab es dafür (in Summe) um ein Mandat weniger (nämlich 15), und nach wie vor acht ÖVP-Abgeordnete ziehen über die Bundesliste ein.

Grüne erhielten mehr Direktmandate als je zuvor
Die Grünen holten sich bei ihrem starken Nationalrats-Comeback so viele Direktmandate wie nie zuvor: Fünf ihrer Abgeordneten kommen aus den Wahlkreisen Linz-Umgebung, Hausruckviertel, Graz, Wien Süd-West und Nord-West. 17 Grüne ziehen über die Landeslisten in den Nationalrat ein und vier über die Bundesliste.

Bei der SPÖ - die auf nur mehr knapp über 20 Prozent schrumpfte - halbierten sich die Direktmandate: 16 davon verloren die Sozialdemokraten, und zwar verteilt über alle Bundesländer (in Salzburg und Vorarlberg hatten sie schon 2017 keines). Teilweise ausgeglichen wurde dies bei den Landesmandaten, wo die SPÖ sechs mehr (nämlich 19) hat. Über die Bundesliste kommen heuer nur fünf (statt sieben) rote Abgeordnete.

FPÖ eroberte nur ein Drittel
Die FPÖ - der Ibiza-Gate und Spesenaffäre den Einbruch von 51 auf 31 Mandate bescherten - konnte nur ein Drittel ihrer 2017 eroberten Direktmandate (10 statt 29) halten. Auf Bundesebene hat sie nur noch fünf (statt neun) Mandate, auf Landesebene kamen drei (auf 16) dazu. NEOS - mit ihren 8,10 Prozent - sind noch zu klein für Direktmandate: Ihre (von 10 auf 15 angewachsene) Riege setzt sich aus zehn Bundesländer- und fünf Bundeslisten-Abgeordneten zusammen.

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