01.10.2019 17:06 |

Nicht rechtskräftig

Kellnerin vergewaltigt: Fünf Jahre für Lavanttaler

Die Stimmung in Saal 129 am Klagenfurter Landesgericht ist Dienstagfrüh beklemmend. Denn Staatsanwalt Christian Pirker schildert in seiner Anklage gegen einen Lavanttaler eine besonders brutale Vergewaltigung - und die Vorwürfe werden teilweise durch Videos aus einer Überwachungskamera stumm untermauert.

„Ich war wohl etwas grob“, murmelt der Angeklagte, ein 29-jähriger Lavanttaler, der für das Gericht kein Unbekannter ist. Er hat sechs Vorstrafen, darunter auch sexuelle Belästigung. „Reden wir Klartext“, sagt die Richterin. „Sie scheinen ein Problem damit zu haben, zu erkennen, wann Frauen Nein sagen.“

Der Mann zuckt die Schultern. „Naja, sie hat sich nicht so wirklich gewehrt“, sagt er. Um dann zu einer Erkenntnis zu kommen: „Vielleicht hat sie nur mitgespielt, in der Hoffnung, dass die Polizei kommt.“ Die 22-Jährige, die als Kellnerin in einer Lavanttaler Bar arbeitet, hatte nämlich zur Sperrstunde noch ihren Freund per SMS gebeten, Hilfe zu alarmieren. Der letzte Gast, der sie ständig begrapschte und erzählte, dass er morgen eh schon wieder in Haft müsse, war ihr nicht geheuer.

Die Polizei kam, allerdings erst, nachdem der Mann die junge Frau brutal vergewaltigt hatte; teilweise wurden körperliche Übergriffe sogar von einer Überwachungskamera erfasst. Das Urteil war klar: fünf Jahre plus Widerruf, insgesamt sechs Jahre Haft, nicht rechtskräftig.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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