12.07.2004 21:01 |

Decke für Berg

"Sonnenschirm" für Zugspitze-Gletscher

Mit einem "Sonnenschirm" soll das Schmelzen von Deutschlands einzigem Gletscher auf der Zugspitze verlangsamt werden. In rund 2.600 Metern Höhe wurden dazu etwa 6.000 Quadratmeter des Gletschers mit weißen Matten und Planen zugedeckt.
Das Material sorgt für Kühlung, daes Sonnenlicht abweist. Außerdem halten die Planen warmenSommerregen ab. "An den Stellen, die wir mit Matten schützen,retten wir pro Sommer zwischen zwei und drei Meter Schnee", erläuterteStephanie Vogel von der Zugspitzbahn.
 
An einem einzigen heißen Tag büßeder Gletscher bis zu zehn Zentimeter Stärke ein. Auf seineAusdehnung von 960.000 Quadratmetern hochgerechnet, entsprechedies einem Drittel der täglich in München benötigtenTrinkwassermenge.
 
Zu der Rettungsaktion für den letzten Gletscherin den deutschen Alpen sah sich die Zugspitzbahn veranlasst, weilin Bayern anders als im Ausland mit Rücksicht auf die Umweltkeine Schneekanonen eingesetzt werden dürfen. Andere Alpenländer"bestäuben" ihre Gletscher auch im Sommer mit einer weißenSchutzschicht, wie die Sprecherin erläuterte.
 
Bei der Zugspitzbahn herrscht Freude über dasderzeit nasskalte Wetter, das Deutschlands höchstem Berg(2.962 Meter) am Wochenende sogar Neuschnee bescherte. Der unerwarteteZuwachs an Schnee werde zum Schutz neuralgischer Punkte, wie etwaLifttrassen oder Bereiche mit aus dem Gletschereis ragenden Felsen,eingesetzt. Mitarbeiter der Zugspitzbahn schieben den Schnee dorthin."Wir müssen schon im Sommer dafür sorgen, dass ausreichendUnterlage für die Wintersaison vorhanden ist", sagte Vogel.
Samstag, 12. Juni 2021
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