Proteste in Ebensee

Aufregung um Pläne für Heilzentrum im KZ-Stollen

In der Ebenseer Ortschaft Rindbach gehen die Wogen hoch. Grund sind Pläne eines Unternehmers aus dem Salzkammergut für ein Heilklimazentrum im ehemaligen Stollen des Konzentrationslagers Ebensee. Eine Info-Veranstaltung im Rathaus hätte die Wogen eigentlich glätten sollen. Das Gegenteil ist der Fall.

„Die Veranstaltung war peinlich. Der Unternehmer hat nur gesagt, dass er seine Vision von einem Heilklimastollen verwirklichen möchte. Sonst gab er nur ausweichende Antworten“, ist Reinhold Reisenbichler aus Rindbach fuchsteufelswild. Er wohnt in der Nähe des 382 Meter langen Stollensystems, das im Krieg von Insassen des Konzentrationslagers Ebensee in den Berg gesprengt worden ist.

Bad Bleiberg als Beispiel
Jetzt soll ein Therapiezentrum ähnlich jenem in Bad Bleiberg errichtet werden. Dort wird die extrem hohe Luftfeuchtigkeit und die konstante Temperatur von acht Grad zur Heilung von Atemwegserkrankungen und Allergien genutzt.

100 Autos täglich
„In Rindbach ist der Stollen nur über eine Sackgasse erreichbar. Es gibt keinen Parkplatz. Wenn jeden Tag die kolportierten 100 Autos kommen, droht ein Chaos“, meint Reisenbichler.

Bagger sind bereits angerollt
Viele Anrainer sind verwundert, dass dem ehemaligen Grundstücksbesitzer sogar der Bau einer Holzhütte verweigert wurde, naber ach dem Verkauf an den Unternehmer die Bagger nun Unmengen an Gestein aus dem Stollen herausholen dürfen. „Uns wurde gesagt, dass die Proben notwendig sind, um festzustellen, wofür der Stollen exakt genutzt werden kann“, so Reisenbichler.

Bundesdenkmalamt informiert
Die Anrainer haben jedenfalls das Bundesdenkmalamt kontaktiert. Laut Wolfgang Quatember, Leiter des Zeitgeschichte Museums Ebensee, sei das Stollensystem „eines der letzten historischen Zeugnisse der Häftlingszwangsarbeit“.

Mario Zeko
Mario Zeko
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 26. November 2020
Wetter Symbol