23.09.2019 10:31 |

Falsch abgerechnet?

FPÖ prüft jetzt sämtliche Spesen von Strache

Ein mit 10.000 Euro pro Monat gut gefülltes Spesenkonto - das hatte Heinz-Christian Strache bis zu seinem Ausscheiden aus der Politik von der FPÖ Wien zur Verfügung. Doch nach dem Skandal um das Ibiza-Video könnten genau seine Spesenabrechnungen den ehemaligen FPÖ-Chef erneut in die Bredouille bringen. Denn es gibt „Spekulationen über angebliche Unregelmäßigkeiten“, heißt es aus FPÖ-Kreisen. Wie der „Krone“ bestätigt wurde, prüfen die Wiener Freiheitlichen jetzt sämtliche Spesenrechnungen Straches.

Obwohl er über das gut gefüllte Spesenkonto verfügte, soll Strache zwischen 2014 und 2018 private Rechnungen über die Wiener Landespartei beglichen haben. Im Rahmen des Parteitags am 14. September, wo Norbert Hofer ganz offiziell zu Straches Nachfolger gewählt worden war, hatte der designierte Vorsitzende der FPÖ Wien, Dominik Nepp, zu einer außerordentlichen Sitzung geladen. Thema dabei: die Spesenabrechnungen von Ex-Parteichef Strache - bzw. Gerüchte über unrechtmäßige Abrechnungen.

Interne Prüfung von Straches Spesenabrechnungen
Nepp, der nach der Ibiza-Affäre Johann Gudenus als Landesparteiobmann in Wien nachgefolgt war, gab daraufhin eine interne Sonderprüfung der Causa in Auftrag, bestätigten die FPÖ mittlerweile via Aussendung. „Bei der Wiener FPÖ ist vor rund zwei Wochen eine Medienanfrage eingegangen, die uns zur Überprüfung der Sachlage veranlasst hat“, so der Landesparteisekretär der Wiener FPÖ, Michael Stumpf. Diese Sonderprüfung fände aktuell statt.

Verwirrung um angebliche Anzeige
Verwirrung gibt es um eine angebliche Anzeige, die gegen den ehemaligen FPÖ-Chef bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingebracht worden sein soll. Stumpf betonte dazu, „dass weder die FPÖ Wien noch Nepp eine Anzeige gegen Strache eingebracht haben“. Auch die WKStA sagte gegenüber krone.at, dass bei ihnen keine Anzeige vorliege: „Man kann aber natürlich nicht ausschließen, dass irgendwo anders eine Anzeige eingebracht wurde.“

Immer wieder Zwist mit der Partei
In der Sitzung während des Parteitags sollen außerdem mehrere Vorstandsmitglieder ihren deutlichen Unmut über den früheren Parteichef geäußert haben, berichtete „Heute“. Besonders seine Aktivitäten auf Facebook hatten wiederholt für Zwist mit der Partei gesorgt. Strache selbst hatte ein politisches Comeback immer wieder in den Raum gestellt, unter anderem als Kandiat bei der Wien-Wahl 2020.

Strache bei blauem Oktoberfest
Der frühere FPÖ-Chef war am Freitag mit Gattin Philippa beim Oktoberfest der FPÖ in der Wiener Prateralm zu Gast gewesen und hatte sich dort unter die Parteianhänger gemischt. Das Zusammentreffen mit seinem Nachfolger Norbert Hofer war betont herzlich ausgefallen. Philippa Strache kandidiert bei der Nationalratswahl am Sonntag auf dem sicheren dritten Listenplatz der Wiener FPÖ.

 krone.at
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