15.08.2019 07:00 |

„Krone“-Schiedsrichter

Rote Karte für einen unfairen Wahlkampf

Auf dem „Spielfeld“ der Politik geht es nicht immer fair zu. Acht ausgewählte, unabhängige „Krone“-Schiedsrichter verteilen ab sofort Gelbe oder Rote Karten für politische Fouls.

Gezanke, peinliches Anpatzen der Gegner oder falsche Fakten: Je näher der Wahltermin rückt, desto schmutziger geht es in der Politlandschaft zu. Dabei zeigen Umfragen, dass die Österreicher unsere aktuelle Expertenregierung gerade eben wegen ihres streitfreien Arbeitens schätzen.

„Es gibt niemanden, der einen schmutzigen Wahlkampf erleben möchte“
Meinungsforscher Peter Hajek: „Grundsätzlich gibt es niemanden, der einen schmutzigen Wahlkampf erleben möchte. Die Politiker sollen nicht streiten, sondern ihren Job machen und die Bürger nicht mit Nickligkeiten behelligen.“ In Fokusgruppen werde deshalb immer wieder eine Konzentrationsregierung gewünscht: Die Roten sollen sich um Soziales, die Schwarzen um Wirtschaft, die Blauen um Sicherheit, die Grünen um Umwelt und die Pinken um Bildung kümmern.

Eigentor, Foul, Abseits oder nur eine Schwalbe?
Bis zum 29. September bleibt die „Krone“ am Ball und beobachtet den Wahlkampf: Wer stellt sich mit verbalen Fehltritten ins Abseits, welche unlautere Kampagne ist ein Eigentor, welche Aktion entpuppt sich als Schwalbe und wer begeht die meisten Fouls?

Als Schiedsrichter konnten wir acht Experten mit unterschiedlichen Spezialgebieten gewinnen (siehe unten), die in den nächsten Wochen politische Regelwidrigkeiten analysieren und - je nach Schwere - Gelbe und Rote Karten verteilen. Auch gibt es die Möglichkeit, eine Grüne Karte zu vergeben, sofern der „Krone“-Schiedsrichter ein Verhalten als fair einstuft.

Für die politischen Fakten stellen sich Peter Filzmaier und Katrin Praprotnik in den Dienst. Jurist Franz Fiedler hat Recht und Ordnung im Auge, Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb achtet auf Umweltthemen im Wahlkampf. Kultur-Doyen Heinz Sichrovsky und Benimm-Papst Thomas Schäfer-Elmayer sind für sprachliche Ausrutscher und Etiketten-Verstöße zuständig, Kabarettistin Ulrike Kriegler prüft Authentizität sowie Humor und Ex-Caritas-Präsident Franz Küberl nimmt sich ethischer Fragen an. Knapp vor der Wahl ziehen wir Bilanz: Welcher „böse Bube“ führt die Kartenstatistik an und wem gebührt der Fair-Play-Pokal?

Unsere „Krone“-Schiedsrichter im Detail:
Seit Jahren gehört Peter Filzmaier zum fixen Bestandteil der heimischen Politik-Berichterstattung. Der 51-jährige Politologe ist für seine klaren, pointierten und vor allem unabhängigen Analysen bekannt.

Der „weibliche Filzmaier“: Katrin Praprotnik forscht und lehrt an der Donau-Universität Krems. Ihre Schwerpunkte: Wahlversprechen, Etablierung neuer Parteien in der EU und Bilanzen von Regierungen.

Als Präsident des Rechnungshofes (1992-2004) baute sich Franz Fiedler den Ruf als Kontrolleur ohne Rücksicht auf Freund oder Feind auf und leistete wertvolle Arbeit als Korruptionsbekämpfer.

Helga Kromp-Kolb gilt als Galionsfigur des österreichischen Umweltschutzes und als „Klima-Gewissen“ des Landes. Um drastische Worte ist die Forscherin nie verlegen. Ihr Stehsatz: „Wir müssen jetzt handeln.“

Nuanciert, scharfzüngig, hintergründig. So ist nicht nur der Humor von Heinz Sichrovsky (64), sondern auch seine Analysen. Satirisch-kritisch: Dafür steht einer der führenden Theaterkritiker des Landes.

„Lachen ist gesund!“ Das ist das Motto der Schauspielerin und Kabarettistin Ulrike Kriegler. Sie liefert seit Jahren als „Krone“-Kolumnistin einen humorvoll-weiblichen Blick auf Sport und Gesellschaft.

Von 1995 bis 2013 stand Franz Küberl (66) der Caritas als Präsident vor und war um keinen mahnenden Appell an die Politik(er) verlegen. Sein Credo: „Ein Mensch muss in erster Linie als Mensch betrachtet werden.“

Als Tanzschul-Ikone und „Dancing Stars“-Juror hat Thomas Schäfer-Elmayer das richtige Taktgefühl in Sachen Etikette, weswegen er auch als „Benimm-Papst“ bezeichnet wird. Wer aus der Reihe tanzt, wird getadelt.

Alexandra Halouska und Clemens Zavarsky, Kronen Zeitung

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