02.08.2019 12:49 |

„Spuckt“ Metalle aus

Planet in Form eines American Footballs entdeckt

Mithilfe des Weltraumteleskops „Hubble“ haben Astronomen einen Exoplaneten beobachtet, der wie ein American Football geformt ist und Metalle ins All „spuckt“. Der superheiße Himmelskörper mit der Katalognummer WASP-121b umkreist eine Sonne im Sternbild Achterdeck am Südhimmel. Ein Team um David Sing von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore konnte nun mit „Hubble“ Wolken von Magnesium- und Eisengas um den Planeten nachweisen.

Der bereits 2015 entdeckte Planet ist rund 900 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat etwa ein Drittel mehr Masse als der Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Der Exoplanet umkreist seinen Heimatstern so eng, dass ihn dessen Schwerkraft fast zerreißt. Dadurch ist der Planet in die Länge gezogen, sodass seine Form an einen American Football erinnert, berichten die Forscher im Fachblatt „Astronomical Journal“.

Oberfläche mehr als 2500 Grad heiß
Außerdem wird seine obere Atmosphäre durch den nahen Stern auf mehr als 2500 Grad Celsius aufgeheizt. Das ist nicht nur wesentlich heißer als auf anderen bekannten Exoplaneten, sondern auch heiß genug, dass Metalle wie Eisen und Magnesium nicht in tieferen Atmosphärenschichten kondensieren, sondern als Gas ins All entkommen können.

Der Planet gehört durch seine Masse und Temperatur zur Klasse der Heißen Jupiter. Derartige Metalle seien auch auf anderen Heißen Jupitern beobachtet worden, aber nur in der unteren Atmosphäre, erläuterte Sing in einer Mitteilung des Wissenschaftlichen Weltraumteleskop-Instituts (Space Telescope Science Institute, STScI) in Baltimore. „Dabei weiß man nicht, ob sie entkommen oder nicht“, betont er. „Bei WASP-121b sehen wir Magnesium- und Eisengas so weit weg vom Planeten, dass sie nicht durch die Schwerkraft gebunden sind.“ Es ist den Forschern zufolge der erste Nachweis, dass ein Exoplanet solche Metalle ins All schleudert.

Observatorium bereits seit 1990 im Weltall
Das „Hubble“-Teleskop wurde gemeinsam von der Europäischen Weltraumagentur ESA und ihrem US-Pendant NASA entwickelt. Seit seinem Start im April 1990 hat „Hubble“ mit atemberaubenden Bildern die Astronomie revolutioniert. Seine Aufnahmen von den Planeten unseres Sonnensystems, aber auch von fernen Galaxien, Supernova-Explosionen und planetarischen Nebeln haben auch Laien einen völlig unerwarteten Blick auf das Universum eröffnet.

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