01.08.2019 11:46 |

Keine Förderung mehr

Biomassekraftwerk in Simmering steht still

Seit Mittwochabend steht das Biomassekraftwerk Simmering still. Wegen des niedrigen Strompreises war der als klimafreundlich geltende Betrieb nur wirtschaftlich, weil die Wien Energie pro Kilowattstunde rund zehn Cent an Förderung bekommen hat. Mit Ende Juli ist diese ausgelaufen, weshalb die Anlage jetzt abgedreht worden ist, wie der ORF berichtet.

Der Bund hat diese Förderung mit 1. August den Ländern übertragen. Die Stadt Wien hält am Öko-Werk fest, das entsprechende Gesetz ist bald fertig. Allerdings muss es dann noch von Brüssel abgesegnet werden. „Das kann Monate oder einJahr dauern“, meint ein Sprecher von Umweltsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).Aber bevor die EU nicht grünes Licht gibt, fließt kein Euro, und die Anlage, in der Hackschnitzel aus heimischen Wäldern verfeuert werden, steht.

Köstinger sieht Verantwortung bei der SPÖ
Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sieht die Verantwortung dafür bei der SPÖ. Die türkis-blaue ehemalige Bundesregierung habe rechtzeitig Rahmenbedingungen gesetzt, um die 47 Biomasse-Anlagen in Österreich vor dem Aus zu retten und eine Übergangslösung zu schaffen, bis das neue Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz in Kraft tritt. Die Wiener Stadtregierung habe diese aber - im Gegensatz etwa zu Niederösterreich - nicht umgesetzt.

„Wer Biomasse abdreht, dreht Atomstrom auf“
„SPÖ-Umweltstadträtin Sima hat es trotz mehrmaliger Warnung verabsäumt, für eine Finanzierung des umweltfreundlichen Kraftwerks zu sorgen“, wetterte der geschäftsführende Wiener FPÖ-Landesparteiobmann und Vizebürgermeister Dominik Nepp am Donnerstag in einer Aussendung. Die durch die Abschaltung ruhenden Kapazitäten müssten nun anders aufgefangen werden. „Und das kann sicher nicht so umweltfreundlich passieren wie in Simmering. Wer Biomasse abdreht, dreht Atomstrom auf“, so Nepp.

Jährlich 144.000 Tonnen CO2 eingespart
Mit der in dem Biomassekraftwerk gewonnenen Energie wurden 48.000 Wiener Haushalte mit Strom und 12.000 mit Wärme versorgt. Seit der Eröffnung des Kraftwerks im Jahr 2006 sind dadurch laut Wien Energie jährlich 144.000 Tonnen CO2 eingespart worden. Die Stadt Wien arbeitet an einer Lösung, heißt es.

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