17.07.2019 09:48 |

Forscher atmen auf

Gefahr gebannt: 50-m-Asteroid wird Erde verfehlen

Die drohende Gefahr eines Asteroideneinschlags auf der Erde mit einer Sprengkraft von rund 100 Hiroshima-Atombomben ist gebannt. Der bis zu 50 Meter große Brocken mit dem Katalognamen 2006QV89 wird unseren Planeten nicht treffen, sagte der Leiter des Büros für Planetenschutz im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt, Rüdiger Jehn.

Mit einem Teleskop in Chile sei Anfang Juli ein möglicher Punkt seiner Laufbahn beobachtet worden. Wäre er dort aufgetaucht, wäre der Asteroid mit der Erde kollidiert. Von 2006QV89 war nichts zu sehen. Er könnte sich möglicherweise im September 2023 noch einmal der Erde nähern.

Chance für Kollision lag bei 1 zu 7299
Der Brocken hätte im September die Erde treffen können. Die Chance für eine Kollision lag laut Risikoliste der ESA bei 1 zu 7299. Zum Vergleich: Für einen Lottogewinn mit sechs Richtigen plus Zusatzzahl liegt die Chance bei 1 zu 140 Millionen.

Gesteinsbrocken aus dem All in dieser Größenordnung können immense Schäden anrichten. Vor sechs Jahren richtete die Explosion eines 20-Meter-Asteroiden in der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen an. Mit einem ohrenbetäubenden Knall raste eine Druckwelle über das Land. Die Explosion des 16.000-Tonnen-Brockens verletzte am 15. Februar 2013 etwa 1500 Menschen - meist durch geborstene Scheiben. An Tausenden Gebäuden entstanden Schäden.

ESA listet knapp 870 gefährliche Objekte
Im Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt werden derzeit knapp 870 Objekten gelistet, die möglicherweise die Erde in den nächsten hundert Jahren treffen könnten. 2006QV89 wird Jehn zufolge in Sichtweite an unserem Planeten vorbeifliegen.

Als Asteroiden bezeichnen Experten astronomische Kleinkörper mit einem Durchmesser ab einem Meter, die die Sonne umrunden. Diese Ein-Meter-Objekte treffen fast regelmäßig die Erde. Bei den Objekten bis 100 Metern Durchmesser gehen Schätzungen von rund 40.000 Brocken aus, von denen nach ESA-Angaben erst rund 20 Prozent entdeckt wurden. Die geschätzten rund 1000 Asteroiden ab einer Größe von einem Kilometer sind von Weltraumforschern wesentlich einfacher aufzuspüren.

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