Preis fixiert

Russland und Ukraine legen Gasstreit bei

Ausland
16.04.2010 17:18
Aufatmen in Westeuropa: Die Ukraine und Russland haben ihren Gasstreit offenbar beigelegt und sich auf ein neues Preismodell für die Brennstofflieferungen geeinigt. Vor allem der Westen hatte in den vergangenen Wintern unter den Verstimmungen gelitten, die die Gaslieferungen zeitweise einbrechen ließen.

"Die Regierungen von Russland und der Ukraine haben den Vereinbarungen von Gazprom und seinen ukrainischen Partnern über die Zusammenarbeit bei Gas, auch über Preisspannen, zugestimmt", sagte ein russischer Regierungssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax. Die Vereinbarung beruhe auf Vorschlägen des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Details zu den vereinbarten Preisen nannte der Sprecher nicht; Janukowitsch hatte jedoch niedrigere Preise für die russischen Gaslieferungen ans Nachbarland gefordert.

Streit über den Preis und die Bezahlung hatten in der Vergangenheit wiederholt zu einem Stopp der russischen Lieferungen an die Ukraine geführt. Lediglich das Gas, das nach Europa weitergeleitet werden sollte, wurde weiterhin eingespeist. Die Ukraine entnahm dann diesen Brennstoff aus den Pipelines, so dass die Lieferungen in den Westen zeitweise zum Erliegen kamen. Etwa 20 Prozent des in der EU verbrauchten Erdgases stammen aus russischen Leitungen, die über ukrainisches Gebiet gehen. 

Der Höhepunkt des Streits wurde Anfang 2009 erreicht, als die Gaslieferungen von Russland nach Europa wegen des Streits für zwei Wochen unterbrochen waren. Danach hatten sich die beiden Staaten eigentlich auf einen zehnjährigen Gasliefervertrag geeinigt; Janukowitsch hatte vor seiner Wahl im Februar aber versprochen, den Gaspreis neu auszuhandeln.

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